Portable Mediaplayer iPod hoch drei

Im Vergleich zu Apples iPod sind die neuen Mediaplayer wahre Allround-Talente: Sie zeigen Videos und Fotos, zeichnen Fernsehsendungen auf und bieten Organizer- sowie Internetfunktionen. Selbstverständlich spielen sie auch Musik. manager-magazin.de stellt die aktuellen Multimedia-Zwerge vor.

Hamburg - Der Markt für portable MP3-Player boomt. Im vergangenen Jahr gab es einen regelrechten Hype um den iPod von Apple . Doch inzwischen besitzen viele Kunden bereits einen MP3-Player und mit einer Musikfunktion allein werden sie kaum noch in die Geschäfte gelockt.

Deswegen haben sich die findigen Produktentwickler der kleinen mobilen Geräte wieder etwas Neues ausgedacht: Sie integrierten ein Farbdisplay, wodurch der MP3-Player zum Multimediaplayer mutiert.

Einer der Pioniere in diesem Bereich ist die Firma i-River mit ihrem portablen Mediaplayer PMP-120 für 459 Euro. Mit ihm kann der Kunde nicht nur Radio und Musik hören, Sprachnotizen aufnehmen oder Daten transportieren, sondern auch Fotos archivieren und Videos abspielen.

Je nach Ausstattung (20 oder 40 Gigabyte) speichert das Gerät bis zu 160 Stunden Film, von denen etwa fünf Stunden durchgehend über den Lithium-Ionen-Akku abgespielt werden können. Der LCD-Bildschirm sorgt dabei mit 260.000 Farben für eine angemessene Bildqualität.

Archos PMA 400: Touchscreen-Display mit 320 mal 240 Pixel

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Mustek PVR-A1: Die günstige Alternative

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Epson P-2000: Die hohe Auflösung (640 mal 480 Pixel) eignet sich besonders für die Bildarchivierung

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Jobo Giga Vu Pro: Drahtloser Datenaustausch über die Internetverbindung möglich

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i-River PMP-120: Erinnert auf den ersten Blick durch die Bedienung mit zwei Händen an ein Gamepad einer Spielekonsole

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Fernsehen im Hosentaschenformat
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Der linuxbasierte Mediaplayer ist etwas größer als ein Handy und damit - abhängig von der jeweiligen Betrachtungsweise - zu groß beziehungsweise zu klein. Denn im Vergleich zu herkömmlichen MP3-Playern ist das große Format eher gewöhnungsbedürftig.

TV-Verbindung ermöglicht großes Kino

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Doch im Vergleich zu einem handelsüblichen Fernseher ist das Gerät mit einem 3,5-Zoll-Display viel zu klein. Allerdings kann der Mediaplayer auch an ein TV-Gerät angeschlossen werden und damit für ein Fernseherlebnis sorgen, das Erinnerungen ans Kino wach werden lässt.

Die Daten werden über eine USB-Schnittstelle übertragen. Abgespielt werden können jedoch nur AVI-, ASF-, DivX- und Xvid-Formate. Das in diesen Fällen oft verwendete MPEG-Format wird dagegen nicht unterstützt.

Mediaplayer und PDA

Auch das französische Unternehmen Archos hat einen Mediaplayer auf den Markt gebracht, der allerdings über weiter reichende Funktionen verfügt. Beispielsweise kann der Kunde mit dem PMA 400 (vorher: AV 500) drahtlos im Internet surfen, E-Mails empfangen und versenden oder auf die integrierten Adressbuch- und Kalenderfunktionen zurückgreifen.

Die Synchronisation der Daten mit Microsofts Outlook ist ebenfalls möglich. Der Allrounder gleicht somit fast schon einem Personal Digital Assistent (PDA). Natürlich können wie bei dem PMP-120 auch Videos und Fotos betrachtet werden und die Funktionen eines MP3-Players vereint der PMA 400 ebenfalls in sich.

Fernsehsendungen aufnehmen

Im Gegensatz zum Mediaplayer von i-River zeichnet das Gerät von Archos auch Sendungen direkt vom Fernseher auf. Mit einer Kapazität von 30 Gigabyte speichert es so bis zu 120 Stunden Film, von denen vier Stunden durchgehend ohne zusätzliches Aufladen angeschaut werden können. Unterstützt wird dabei auch das MPEG-Format.

Das Gerät von Archos arbeitet mit einem linuxbasierten Betriebssystem und ist wie der PMP-120 etwa 300 Gramm schwer. Beim 3,5-Zoll-Display mit 262.000 Farben handelt es sich jedoch um einen berührungsempfindlichen Bildschirm. Die vielen Funktionen des PMA 400 spiegeln sich auch in dem deutlich höheren Preis von 799 Euro wider.

Die preiswerte Alternative

Die preiswerte Alternative

Es geht allerdings auch deutlich günstiger. Der Mustek PVR-A1 kostet nur 130 Euro und kann wie der Archos-Mediaplayer Fernsehsendungen im MPEG-Format aufzeichnen und Sprachnotizen aufnehmen.

Mit 110 Gramm wiegt der PVR-A1 gerade mal so viel wie eine Tafel Schokolade und ist damit deutlich leichter als die beiden Konkurrenzgeräte. Zudem kann er als Kartenleser verwendet werden.

Dafür muss der Käufer beim kleineren 2,5-Zoll-Bildschirm und der Speicherkapazität Abstriche machen. Der TFT-Bildschirm verbraucht im Gegensatz zu einem LC-Display deutlich mehr Strom und schadet so der Akkulaufzeit. Wer sich unterwegs einen Film anschauen will, muss sich in der Länge auf etwa zwei Stunden begrenzen. Danach blickt er auf einen schwarzen Bildschirm.

Der interne Speicher ist nur 32 Megabyte groß, einen externen gibt es nicht. Um Fotos und Dateien abzuspielen, muss daher eine Multimedia- oder SD-Karte für etwa 80 Euro (1 Gigabyte) hinzugekauft werden.

Playstation Portable

Im März kommt schließlich die Playstation Portable (PSP) von Sony  für 199 Euro auf den deutschen Markt. Mit diesem Gerät kann der Nutzer nicht nur Videos und Musik abspielen, sondern auch verschiedene Videospiele spielen.

Natürlich verfügt die PSP auch über einen kabellosen Internetzugang, mit dem der Kunde nach Bedarf mit bis zu 16 weiteren Teilnehmern spielen kann. Das neue Speichermedium "Universal Media Disc" (UMD) sichert dabei bis zu 1,8 Gigabyte Daten. Eine beeindruckende Zahl weist auch der Bildschirm auf: Er bildet rund 16 Millionen Farben ab.

Bei der Markteinführung in Japan im Dezember vergangenen Jahres war das Gerät heiß begehrt. Von 193.000 ausgelieferten Geräten wurden allein am ersten Tag 172.000 Exemplare verkauft.

Wer einen dieser portablen Mediaplayer erwerben will, sollte sich vorher genau überlegen, auf welche Funktionen er Wert legt. Die teuren Geräte von i-River und Archos lohnen sich nur für diejenigen, die regelmäßig von den Video- und Fotofunktionen Gebrauch machen wollen.

Für Kunden, die sich nur gelegentlich unterwegs mal einen Film anschauen wollen, reichen sicherlich auch die günstigeren Geräte. Wer eigentlich einen MP3-Player sucht, sollte jedoch den Verlockungen der Mediaplayer vorerst widerstehen.

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