Sicherheitssoftware "Ein schwerer Ausnahmefehler ist aufgetreten"

Obwohl viele Nutzer über die zerstörerische Kraft von Sasser, Mydoom und Co. informiert sind, surfen die meisten immer noch ohne Sicherheitssoftware im Web. Dabei können schon relativ günstige Anti-Virenprogramme den unfreiwilligen Ausnahmezustand verhindern.

Bonn/Berlin/Frankfurt am Main - Die meisten Deutschen surfen zu sorglos im Internet. Das belegt eine repräsentative Studie, die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bei TNS Emnid in Auftrag gegeben wurde.

Danach interessierten sich die Nutzer kaum für das Thema Internetsicherheit, berichtete das BSI. Jeder Vierte bewege sich ohne Virenschutzprogramm im Internet und nur die Hälfte der Nutzer setze eine Firewall ein.

Überraschend hoch sei in der Bevölkerung dagegen das Wissen zu Angriffsmöglichkeiten über das Internet. Dass der eigene PC von Fremden ferngesteuert werden kann, wüssten 90 Prozent. Und sieben von zehn Nutzern seien sich bewusst, dass die Absenderadressen von E-Mails gefälscht sein können.

Die Vorsorge sei mangelhaft, weil rein privat genutzte Rechner häufig nur eine geringe Bedeutung hätten, erklärte BSI-Präsident Udo Helmbrecht. Unsichere Computer gefährdeten aber die gesamte IT-Infrastruktur.

Allerdings führt allein der Einsatz von Antivirensoftware nicht automatisch zu einem Maximum an Sicherheit beim Surfen im Internet, wie die Zeitschrift "Test" berichtet. Die größte mögliche Sicherheit erreiche erst, wer sein Schutzprogramm regelmäßig aktualisiert und außerdem umsichtig durchs Netz streift.

Kaspersky-Anti-Virensoftware Testsieger

Die größte Gefahr droht dem Bericht nach durch Fremddaten, die am eigenen Computer verarbeitet werden, wie etwa E-Mail-Anhänge. Einen 100-prozentigen Schutz gegen Viren und andere ungebetene Gäste gebe es zwar nicht, aber neben vorsichtigem Surfen und regelmäßigen Updates sollten Internetschutzprogramme verwendet werden.

Einen guten Schutz biete beispielsweise der Testsieger in der Kategorie Anti-Virenprogramme, das Kapersky Anti-Virus Personal 5.0 für 39,95 Euro. Von rund 800 Schadprogrammen auf dem Computer wurde nur eines nicht erkannt. Sowohl bei der Schutzwirkung (2,4) als auch in der Gesamtnote (2,2) schnitt Kaspersky Anti-Virus damit von vier getesteten Produkten am besten ab.

Arbeitsspeicher-Ausnutzung gering

Arbeitsspeicher-Ausnutzung gering

Die Software schützt aber nicht nur vor den unliebsamen Gästen, sondern schont gleichzeitig auch den Arbeitsspeicher. Dadurch werden aufwändige Anwendungen wie Bild- oder Textverarbeitungen durch die ständigen Helfer im Hintergrund weniger ausgebremst.

Denn die neue Version der Anti-Virensoftware der russischen Entwicklerfirma Kaspersky hat den benötigten Arbeitsspeicher für das Programm halbiert. Die Software startet nach dem Einschalten des Computers zwei permanente Prozesse, die 17 Megabyte belegen.

Bei anderen Anti-Virenprogrammen laufen fünf Prozesse, die rund 30 Megabyte beanspruchen. Damit hält sich das Kaspersky-Programm dezent im Hintergrund.

Nach der Installation mäkelt der Virenschützer erst einmal daran herum, dass die Datenbank mit den Virenkennungen "stark veraltet" ist. Das Update wird mit wenigen Mausklicks aus dem Internet heruntergeladen - nach der Erstinstallation sind das immerhin rund drei Megabyte.

Der Update-Status wird mit einem Symbol in der Taskleiste angezeigt: Ein Haken signalisiert, dass alles auf dem neuesten Stand ist, ein Ausrufezeichen mahnt zum Update und ein Querkreuz ruft dringend dazu auf, weil die Daten schon länger nicht erneuert wurden.

Automatisches Update

Die Kaspersky-Sicherheitsexperten aktualisieren die Virendatenbank mehrmals täglich, bei Bedarf sogar stündlich. Je nach Art der Internetverbindung kann man die Einstellungen für das Update individuell anpassen.

Bei einem Breitbandanschluss ist das automatische Update sinnvoll - entweder für alle Daten oder auch nur für die "kritischen Updates" bei besonders akuten Bedrohungen. Für eine Einwahlverbindung empfiehlt sich ein Zeitplan, um den Kaspersky-Server regelmäßig für eine Aktualisierung aufzusuchen.

Für Viel-Surfer sollte zusätzlich zu einem Anti-Virenprogramm auch eine Firewall Standard sein. Hier erwies sich die Agnitum Outpost Firewall Pro 2.5 als überzeugend. Den besten Virenschutz der Sicherheitspakete, also Kombinationen aus Anti-Virenschutz und Firewall, bietet laut der Zeitschrift das G-Data Antivirenkit 2005 Internet Security.