Fußball-WM 2006 Der Mann, der die Tickets verkauft

Der Run auf die Eintrittskarten für die Fußball- Weltmeisterschaft 2006 beginnt am 1. Februar. Das Kontingent ist beschränkt, das Los entscheidet. Nur per Internet, Telefon oder Fax können die begehrten Billets erworben werden. Wenn die Leitungen glühen, ist der Web-Kartenvermarkter Klaus-Peter Schulenberg gefragt.

Bremen - "Das ist für uns ein Meilenstein und eröffnet uns ein neues Segment - die internationalen Großveranstaltungen", sagt der Vorstandsvorsitzende Klaus-Peter Schulenberg in Bremen. Die technische Abwicklung der 3,2 Millionen Eintrittskarten werde keine Probleme bereiten.

"Wir verfügen bereits über eine sehr ausgereifte Softwaretechnologie. Es werden über Eventim.de und unsere Systeme schon heute 35 Millionen Eintrittskarten verkauft, davon mehr als zwei Millionen für die Bundesliga. Auch das WM-Ticketing wird reibungslos verlaufen."

Schulenberg erwartet zum Start des Kartenverkaufs viele Millionen Besucher auf der Internetseite, die sich informieren oder Karten bestellen wollen. Um zu verhindern, dass bei dem Massenandrang die Seiten zusammenbrechen, hat CTS Eventim  ein Konzept entwickelt. "Wir haben weltweit 15.000 Server gebucht, so dass jeder, der am 1. Februar auf die Seite will, auch drauf kommt", versichert Schulenberg.

"Es gibt keine Bevorzugung deutscher Zuschauer"

Allerdings sei es nicht wichtig, ob jemand am ersten Tag versuche, eine Karte zu bekommen oder später. Die Einschreibefrist betrage zwei Monate. "Es geht nicht nach der zeitlichen Reihenfolge der Bestellung. Die Karten werden Mitte April ausgelost." Wer bei der Auslosung erfolgreich ist, wird informiert. "Weltweit gelten die gleichen Regeln. Es gibt keine Bevorzugung deutscher Zuschauer."

Maximal 28 Karten können pro Haushalt geordert werden. Die Preise pro Ticket liegen zwischen 35 Euro in der einfachsten Kategorie während der Vorrunde und 600 Euro für den teuersten Platz beim Finale am 9. Juli 2006 in Berlin.

Der Verkaufsbeginn für die erste Tranche im fünfstufigen Verkaufsplan läuft vom 1. Februar 00.00 Uhr bis 31. März 24.00 Uhr. Für die erste Phase stehen 812.000 Tickets zur Verfügung. Mindestens weitere 300.000 Tickets sollen noch bis zum 15. Januar 2006 folgen. Es handelt sich dabei vor allem um Karten, die in anderen Kontingenten nicht benötigt werden - besonders im exklusiven Hospitality-Programm oder möglicherweise auch bei den Sponsoren.

Alter Hase im Geschäft

Alter Hase im Geschäft

Schulenburg ist im Entertainment-Geschäft ein alter Hase. Vor über 30 Jahren gründete er seine erste Firma in Bremen, eine Künstlermanagement- und Konzertveranstaltungsagentur. 1996 kaufte er die CTS GmbH und legte damit den Grundstein zum Aufbau der CTS Eventim AG. Das Unternehmen ist im SDax notiert. Schulenberg hält 66,7 Prozent der Aktien. Der aktuelle Kurs liegt bei knapp 19 Euro.

CTS Eventim teilt sich in zwei Bereiche - Ticketverkauf und Live- Entertainment. Das Ticketangebot umfasst Karten für Konzert-, Theater-, Sport- und ähnliche Veranstaltungen. Für bis zu 8000 Veranstaltungen sind ständig Eintrittskarten erhältlich. Mit mehr als 100 Partnern im In- und Ausland verfügt das Unternehmen nach eigenen Angaben über 3000 Vorverkaufsstellen.

Daneben werden Tickets über Callcenter und im Internet über Eventim.de und Getgo.de vertrieben. Im Segment Live-Entertainment bietet das Unternehmen die Planung, Organisation und Abwicklung von Konzerten, Tourneen und Open-Air-Festivals.

Umsatz gefallen, Gewinn gestiegen

Der CTS-Konzernumsatz lag in den ersten neun Monaten 2004 mit 160,3 Millionen Euro um 6,9 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres (172,1 Mio Euro). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg dagegen um 5,2 Prozent auf 14,8 Millionen Euro. Der Umsatzrückgang resultiert aus dem Segment Live-Entertainment durch eine geringere Zahl von Großveranstaltungen und Tourneen.

Die Zahlen für das Gesamtjahr 2004 sollen am 15. Februar bekannt gegeben werden. 2003 hatte das Unternehmen einen Jahresumsatz von 224 Millionen Euro erreicht. CTS beschäftigt 400 Mitarbeiter an 20 Standorten, unter anderem in Hamburg, Frankfurt und Berlin.

Vera Jansen, dpa

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.