Medienbericht ProSiebenSat.1 vor Kauf von NeunLive

Der Münchner Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 steht nach einem Medienbericht vor dem Kauf der NeunLive-Muttergesellschaft Euvia Media. ProSieben will damit Kompetenz beim interaktiven Fernsehen gewinnen.

München - Deutschlands größter Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 steht nach Informationen des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL kurz vor der Mehrheitsübernahme an der Euvia Media AG. Das Unternehmen betreibt den Mitmach-Quizsender "Neun Live" und den Reisekanal "Sonnenklar TV". "Bis Ende Januar könnte der Deal stehen", zitierte der Spiegel unternehmensnahe Kreise. Die Verhandlungen seien "in der Endphase". Eine ProSiebenSat.1-Sprecherin bestätigte am Samstag das Interesse an einer Mehrheitsübernahme, wollte aber zum Stand der Gespräche keine Angaben machen. Ein Sprecher von Euvia Media erklärte: "Wir kommentieren keine Spekulationen."

Der TV-Konzern hält bereits 48,4 Prozent an dem Unternehmen, weitere 48,6 Prozent kontrolliert die Firma Hot Networks des US-Medienunternehmers Barry Diller. Die übrigen drei Prozent liegen bei Euvia-Chefin Christiane zu Salm. ProSiebenSat.1-Haupteigner Haim Saban habe im vergangenen Jahr mehrfach Interesse an einem Kauf bekundet, die Übernahme sei auch Thema beim letzten Aufsichtsratstreffen Mitte Dezember gewesen, hieß es.

Bislang sei das Geschäft an unterschiedlichen Preisvorstellungen gescheitert. Die Verkäuferseite wollte dem Bericht zufolge das Gesamtunternehmen mit bis zu 400 Millionen Euro bewertet sehen, was für die Anteile von Hot Networks und Salm zu einem Verkaufspreis von mehr als 150 Millionen Euro geführt hätte.

Im Fall einer Mehrheitsübernahme könnte ProSieben Euvia Media voll konsolidieren. Der TV-Konzern verfolgt das Ziel, seine Einnahmen aus anderen Bereichen als der Werbung auszubauen. ProSiebenSat.1-Chef Guillaume de Posch hatte das Ziel vorgegeben, den Anteil des Umsatzes aus anderen Quellen von bislang acht Prozent zu verdoppeln und dafür als Möglichkeiten mobile Dienste, Einkaufsfernsehen oder Transaktionsfernsehen genannt, das sich wie etwa der Sender NeunLive stark aus Gebühren für Telefonanrufe von Zuschauern finanziert. Im Jahr 2003 hatte Euvia Media einen Gewinn von 15,4 Millionen Euro erzielt. Der Umsatz war um fast 50 Prozent gestiegen.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unterdessen, der Ausgang der Gespräche sei durchaus noch offen. Es könne schnell ein Ergebnis geben, oder sich aber auch noch länger hinziehen. Eine Vereinbarung sei keinesfalls gewiss.

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