Milchstraße "Burda ist nur ein kleiner Fisch"

Nachdem die von ihm gegründete Verlagsgruppe Milchstraße nun endgültig in das Burda-Imperium integriert wird, erklärt Dirk Manthey seinerseits den Münchener Verlag zum Übernahmekandidaten.

Hamburg - Der Gründer und langjährige Herausgeber der Verlagsgruppe Milchstraße, Dirk Manthey, bezeichnet den kurz vor Weihnachten bekannt gewordenen Kauf der Verlagsgruppe Milchstraße als "feindliche Übernahme" durch den Burda-Verlag.

Im Interview mit dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL wirft Manthey dem schon 1995 als Gesellschafter eingestiegenen Münchener Großverlag vor, er habe die Verlagsgruppe Milchstraße ("Max", "TV Spielfilm") "von der ersten Minute an übernehmen, zerschlagen, ins eigene Reich einverleiben" wollen.

Allerdings dürfe man Burda keine Vorwürfe machen: Der Verlag sei "auf dem Weltmarkt nur ein kleiner Fisch" und müsse "aufpassen, nicht selbst zum Übernahmekandidaten zu werden".

Manthey betonte, er würde gern zumindest seine verbliebene Beteiligung an "Fit for Fun" behalten: "Aber vermutlich wird mir Burda auch hier die Pistole auf die Brust setzen." Manthey fürchtet zudem, dass die Hamburger Verlagsgruppe "ohnehin total zerschlagen" wird.

In den nächsten Jahren werde es wohl nicht darum gehen, neue Konzepte zu finden, "sondern das Heil in Kosten, Synergien und Entlassungen zu suchen". Das sei "eine kleine Tragödie". Er selbst werde in den nächsten Wochen eine neue Gesellschaft gründen, um neue Zeitschriften für den deutschen und internationalen Markt zu entwickeln.

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