Deutsche Telekom Congster soll T-Com retten

Die Internet-Tochter T-Online hat ihre Billigmarke Congster gestartet. Mit gleichen Preisen wie die Konkurrenz will das Unternehmen seinen Marktanteil im Breitbandgeschäft wieder erhöhen und damit den Umsatzrückgang in der Festnetzsparte kompensieren.

Darmstadt/Bonn - Mit Niedrigpreisen hat die T-Online-Zweitmarke Congster die Internetbühne betreten. Ab sofort können Kunden mit T-DSL-Anschluss zwischen verschiedenen Volumen- und Pauschaltarifen der Billigmarke auswählen. Im Zentrum stehe dabei ein schneller, zuverlässiger und unkomplizierter Zugang zum Internet, sagte ein Congster-Sprecher.

Die volumenabhängigen Tarife liegen zwischen 3,99 Euro (2000 MB) und 12,99 Euro (8000 MB). Außerdem können verschiedene Pauschaltarife, so genannte Flatrates, bei Congster geordert werden. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt für alle Tarife drei Monate. Neukunden müssen zunächst einen T-DSL-Anschluss bei der Telekom beantragen, um die Congster-Tarife nutzen zu können.

Vor einigen Monaten hatte T-Online-Vorstandschef Rainer Beaujean angekündigt, das Angebot der Telekom-Tochter mit einer Billigmarke zu ergänzen. Mit dem abgegrenzten Internetangebot will T-Online insbesondere jüngere Nutzergruppen erschließen. Der Produktname lehnt sich nach Branchenangaben an Kultmarken wie Napster und Grokster an.

Die Billigmarke ist Teil der neuen Strategie, mit Hilfe von T-Online die Umsatzrückgänge in der Festnetzsparte der Telekom zu stoppen. Im November hatte der Konzern angekündigt, die Internet-Tochter T-Online mit dem Geschäftsbereich T-Com verschmelzen zu wollen.

T-Online muss Verluste kompensieren

"Für das neue strategische Geschäftsfeld T-Com, inklusive T-Online, haben wir das Ziel, den Umsatz über die Jahre stabil zu halten", sagte Vorstandschef Kai-Uwe Ricke der "Financial Times Deutschland". Der Vorstandsvorsitzende setzt dem neuen T-Com-Chef Walter Raizner damit ein ehrgeiziges Ziel. Denn da das traditionelle Festnetzgeschäft mit Telefonverbindungen weiter bröckelt, müsste die Kombination mit T-Online zu einem deutlichen Plus bei breitbandigen Internetverbindungen via DSL führen, um die Umsatzverluste auszugleichen.

Von Januar bis Ende September sank der Umsatz von T-Com um fünf Prozent auf 20,7 Milliarden Euro. Mit neuen Diensten will Ricke den Angaben zufolge das Wachstum nun beschleunigen. "Das Breitbandgeschäft ist eine potenzielle Goldmine", sagte er. Im kommenden Jahr will die Telekom in das Geschäft mit der Internet-Telefonie einsteigen.

Keine Übernahme im US-Mobilfunkmarkt

Gleichzeitig gab Ricke bekannt, dass der Konzern von Akquisitionen im US-Mobilfunkmarkt absehe. Analysten vermuten, dass die Telekom-Tochter T-Mobile USA durch die Fusionen von Sprint und Nextel sowie AT&T Wireless und Cingular unter Druck gerät. Ricke sieht das dem Blatt zufolge jedoch anders. "Da die Konkurrenten von T-Mobile mit Zusammenschlüssen beschäftigt seien, würden sich in den kommenden zwei Jahren große Chancen für die Mobilfunktochter eröffnen, US-Kunden zu gewinnen".

Allerdings würden Kooperationen mit Kabelfirmen anvisiert, um auch im US-Festnetzmarkt Möglichkeiten zu nutzen. "Wir sind in den USA in Gesprächen mit Kabelfirmen, um unser Engagement im Festnetz auszudehnen. Wir streben aber reine kommerzielle Partnerschaften an, keine Übernahmen oder Gemeinschaftsfirmen", sagte Ricke der Zeitung.

Das Unternehmen erwägt darüber hinaus eine neue Marke für Geschäftskunden. "In den USA ist eine neue Mobilfunkmarke für Geschäftskunden nicht ausgeschlossen. Dazu befinden wir uns derzeit in Überlegungen", sagte der Telekom-Chef. Dies könne mit einem Partner gemacht werden.

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