Medien Burda schluckt die Milchstraße

Jetzt ist es offiziell: Der Burda-Verlag übernimmt die Verlagsgruppe Milchstraße. Bei dem Hamburger Unternehmen, das unter anderem die Zeitschriften "TV Spielfilm" und "Amica" herausgibt, sind nun zahlreiche Jobs gefährdet.

München - Die Konzentration am umkämpften deutschen Zeitschriftenmarkt schreitet weiter voran. Wie der Medienkonzern Hubert Burda Media mitteilte, hat das Unternehmen die Hamburger Verlagsgruppe Milchstraße übernommen, die Zeitschriften wie "TV Spielfilm", "Amica" oder "Cinema" herausgibt.

Hubert Burda Media ist seit Ende 1995 an Zeitschriften der Verlagsgruppe Milchstraße beteiligt. Einzelne Anteile hielt der Münchener Konzern direkt und andere über die Burda Rizzoli Verlagsbeteiligungen, die zu je 50 Prozent dem Burda-Konzern und der italienischen Mediengruppe RCS Media Group gehörten. Die 50 Prozent Anteile des italienischen Unternehmens habe Burda jetzt komplett erworben, heißt es.

"Die Zeitschriften ergänzen das Portfolio von Hubert Burda Media optimal", sagte Verleger Hubert Burda. Künftig werde die Verlagsgruppe Milchstraße in den Zuständigkeitsbereich von Burda-Vorstand und "Focus"-Chefredakteur Helmut Markwort fallen.

Bei dem Hamburger Verlag sind nun nach einem früheren Bericht der "Süddeutschen Zeitung" etliche der 490 Jobs bedroht. Burda wolle viele Abteilungen am Firmensitz Offenburg konzentrieren. Das Magazin "Tomorrow" soll dagegen in ein Joint Venture mit dem Vogel-Verlag angegliedert werden.

Die Verlagsgruppe Milchstraße war nach dem Platzen der Internetblase in die Krise geraten und verzeichnete einen starken Einbruch bei den Werbeeinnahmen. 2003 erzielte die Gruppe einen Umsatz von 160 Millionen Euro. Vor der Übernahme gab das Unternehmen bekannt, zusätzlich zu den bisherigen herben Einschnitten in 2005 noch einmal zehn Millionen Euro einsparen zu wollen.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.