WM-Tickets Keine Karten bei Ebay?

Die Organisatoren der Fußball-WM 2006 sorgen sich um die Eintrittskarten. Nachdem der Ärger über bevorzugte Politiker-Karten abgeebbt ist, wollen sie nun im Vorfeld vermeiden, dass ein Graumarkt für die Eintrittskarten entsteht. Ihr Wunsch: Kein Handel bei Ebay.

Frankfurt - Die Fußball-Weltmeisterschaft rückt näher. Zwar dauert es noch über ein Jahr, bis sich die Mannschaften dann tatsächlich in Deutschland treffen, aber die Vorbereitungen auf den Ticketverkauf laufen auf Hochtouren. Ab Februar 2005 werden die ersten Tickets verkauft, doch schon jetzt will manch Bauernfänger angebliche Eintrittskarten verkaufen. Angeboten wurden diese beispielsweise auf Ebay. Vorsicht ist also angesagt.

Sind die richtigen Karten jedoch erstmal im Verkauf, wollen die Verantwortlichen der WM-Organisation versuchen, einen Graumarkt zu vermeiden. Nach dem Ärger um die Vorzugskarten für Politiker, setzt sich die Fifa dafür ein, dass keine WM-Karten im Internet für viel Geld versteigert werden. Dazu verhandelten die Organisatoren der Weltmeisterschaft mit dem Onlineauktionshaus Ebay, damit dort keine WM-Karten angeboten werden. Das berichtet die "Bild".

Die WM-Organisatoren wollten im Vorfeld Ticket-Detektive einsetzen, schreibt die Zeitung unter Bezug auf Horst R. Schmidt, Vizepräsident des WM-Organisationskomitees (OK). Wie genau die Vergabe der Tickets ablaufen wird, ist noch nicht bekannt. Am 24. Januar will sich das OK dazu äußern. Klar ist zurzeit nur, dass die Fußballfans vom 1. Februar 2005 an ihre Kartenwünsche im Internet unter www.fifaworldcup.com abgeben können. Alle Interessenten nehmen dann an einer Verlosung teil.

Personalisierte Eintrittskarten

Auf den Tickets werden auf einem RFID-Chip die Daten der Käufer gespeichert. Damit wollen die Organisatoren ebenfalls einen Schwarz- bzw. Graumarkt verhindern, genauso sollen auf diese Weise bekannte Hooligans von der WM ausgeschlossen werden.

Von den 3,2 Millionen Tickets gehen insgesamt 450.000 Karten an Sponsoren und deren Gäste. 375.000 stehen den Fußballverbänden zur Verfügung und rund 150.000 sind für Reiseunternehmen vorgesehen. Die restlichen Eintrittskarten müssen nach EU-Recht in den freien, weltweit zugänglichen Verkauf gelangen. Dem Veranstalterland wird zwar ein fester Ticketanteil garantiert, der liegt aber nur zwischen 8 und 15 Prozent.

Tickethändler gestoppt

Unterdessen hat das Landgericht Frankfurt am Main einen Tickethändler gestoppt, der im Internet überteuerte Karten für den Fußball-Confederations-Cup 2005 angeboten hat. Auf Antrag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) erließ das Gericht eine einstweilige Verfügung gegen die im westfälischen Lünen ansässige Ticketagentur, wie der DFB in Frankfurt am Donnerstag mitteilte. Die Entscheidung hat laut DFB Signalwirkung für den im Februar beginnenden Ticketverkauf zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006.

Auch dann wolle man verhindern, dass Fans durch unseriöse Angebote in die Irre geführt würden, erklärte OK-Vize Schmidt. Er warnte vor "Trittbrettfahren" im Internet: "Jeder, der sich auf solche Angebote einlässt, läuft Gefahr, viel Geld zu verlieren und nicht ins Stadion zu kommen", sagte Schmidt. Der Kartenverkauf für den FIFA Confederations Cup läuft seit 2. November. Die Lünener Firma hatte laut DFB die Tickets in Verbindung mit so genannten Hospitality-Leistungen als "VIP-Pakete" angeboten.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.