Bosch EWT angelt sich die Breitbandnetze

Nachdem die Verhandlungen mit dem Investor BC Partners im September gescheitert waren, hat der Autozulieferer Robert Bosch nun einen anderen Käufer für seine Kabelsparte gefunden. Die Breitbandnetze gehen an den Kabelnetzbetreiber EWT.

Augsburg - Der Stuttgarter Autozulieferer Robert Bosch verkauft seinen Bereich Breitbandnetze an den Kabelnetzbetreiber EWT. Die beiden Unternehmen hätten entsprechende Verträge zu der Transaktion unterschrieben, teilte die in Augsburg ansässige EWT am Freitag mit. Durch den Zukauf baue der Kabelnetzbetreiber seine Position auf dem deutschen Kabelmarkt weiter aus.

"Damit haben wir eine solide Basis geschaffen für den Konsolidierungsprozess in der Kabelbranche," sagte ein EWT -Sprecher. Über den Verkauf der Sparte hatte Bosch zeitweise exklusiv mit dem Finanzinvestor BC Partners, der an dem EWT-Konkurrenten Telecolumbus beteiligt ist, verhandelt.

Die Gespräche scheiterten jedoch im vergangenen September überraschend. Der Unternehmenswert der Bosch Breitbandnetze GmbH war damals auf 350 Millionen Euro taxiert worden. Dem Vernehmen beträgt der Kaufpreis genau diese Höhe.

Neben BC Partners und EWT hatte sich auch das Kabelunternehmen Pepcom, das eine Beteiligung der Mitarbeiter der Bosch-Sparte vorsah, um den Geschäftsbereich bemüht.

Bosch hatte die Breitband-Sparte, die im vergangenen Jahr 162 Millionen Euro umsetzte und 14 Millionen Euro verdiente, im Frühjahr zum Verkauf gestellt. Das Unternehmen wollte damit nach eigenen Angaben die notwendigen Investitionen in die Modernisierung und Digitalisierung der Netze umgehen, die sich erst von einer gewissen Größe an lohnten.

Die in Berlin ansässige Bosch Breitbandnetze GmbH gehört zu den größten deutschen Kabelnetz-Betreibern auf der so genannten Netzebene vier, die für den direkten Zugang zum Endkunden sorgt.

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