Hubert Burda Media Verlag greift nach der Milchstraße

Das Münchner Verlagshaus Hubert Burda Media will weiter expandieren: Zum einen sollen die Beteiligungen an der Verlagsgruppe Milchstraße erweitert werden und zum anderen räumt der Verlag mit dem Kauf der Zeitschrift „Journal für die Frau“ des Berliner Axel Springer Verlags einen langjährigen Konkurrenten aus dem Weg.

München/Hamburg/Berlin - Der Münchner Hubert Burda Verlag will von dem italienischen Medienunternehmen Rizzoli Corriere della Sera (RCS Media) Beteiligungen an der Hamburger Verlagsgruppe Milchstraße (VGM) übernehmen. Nach einem Bericht des "Handelsblatt" betrifft dies hauptsächlich die Verlage Kino, TV Spielfilm, Amica und Cinema.

Zurzeit halten die beiden Hauptgesellschafter der VGM sowohl direkt als auch indirekt über eine Beteiligungsgesellschaft jeweils bis zu 50 Prozent an den insgesamt sechs Verlagen der Milchstraßen-Gruppe.

Die Gruppe kämpft seit dem Platzen der Internetblase mit stark gesunkenen Werbeeinnahmen. Nach herben Einschnitten will das Unternehmen von 2005 an noch einmal 10 Millionen Euro einsparen. In welchen Bereichen gekürzt wird, blieb allerdings offen. Derzeit beschäftigt die Gruppe rund 490 Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen Umsatz von 165 Millionen Euro.

Auch wenn das Geschäft mit der Milchstraße noch in der Schwebe steckt, greift Burda auch nach anderen Objekten. Von dem Berliner Axel Springer Verlag kauft das süddeutsche Verlagshaus die Zeitschrift "Journal für die Frau". Der Titel soll mit der hauseigenen Frauenzeitschrift "Freundin" zusammengelegt werden. Der Vertrag mit Springer sehe den Verkauf für Mitte Januar 2005 vor, teilten beide Unternehmen am Donnerstag mit. Die Einzelheiten der Fusion beider Frauenzeitschriften werden nach Burda-Angaben zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Hintergrund für die Entscheidung ist laut Springer die "fehlende wirtschaftliche Perspektive des Titels in den vorhandenen Strukturen". Der Markt für 14-tägig erscheinende Frauenzeitschriften gilt als stark umkämpft. Der Verkauf von "Journal für die Frau" steht allerdings noch unter Vorbehalt der Zustimmung des Kartellamtes.

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