Infineon Neues Werk in Malaysia

Ungeachtet der für 2005 erwarteten Abschwächung des Halbleitermarktes will Infineon eine Milliarde Dollar in den Bau einer neuen Chipfabrik in Malaysia investieren. Dort sollen Chips für die Automobilindustrie produziert werden.

München - "Am neuen Standort sollen Logik- und Leistungshalbleiter für den Einsatz in Automobil- und Industrieanwendungen gefertigt werden", teilte Infineon  am Mittwoch mit. Für eine Milliarde Dollar will der Münchener Chiphersteller die neue Fabrik in Malaysia bauen. Die Bauarbeiten sollten im Frühjahr beginnen, die Inbetriebnahme des Werks sei für 2006 geplant. Bei voller Auslastung der Anlage würden voraussichtlich 1700 Mitarbeiter beschäftigt.

"Das neue Werk ist ein wichtiger Meilenstein beim Ausbau unseres erfolgreichen Geschäfts mit Halbleitern für Automobil- und Industrieanwendungen", erklärte der seit September amtierende Konzernchef Wolfgang Ziebart. "Mit diesem Werk bauen wir unsere Präsenz im Zukunftsmarkt Asien systematisch weiter aus." Darüber hinaus reduziere Infineon damit negative Wechselkurseinflüsse durch den starken Euro.

"Das Werk wird voraussichtlich aus dem Cash-Flow heraus finanziert", sagte ein Infineon-Sprecher. In Branchenkreisen hieß es, wie beim Bau von Halbleiterfabriken üblich, dürfte sich das genannte Investitionsvolumen wohl auf mehrere Jahre erstrecken.

"Das neue Werk ergänzt die Produktionsstätten von Infineon für Nicht-Speicherprodukte", erklärte der Konzern. Infineon dürfte mit der Investition folglich auch seine Abhängigkeit vom stark schwankungsanfälligen Geschäft mit Speicherchips (DRAMs), das in der Vergangenheit für hohe Verluste sorgte, verringern wollen. "Das ist keine Abwendung vom DRAM-Geschäft", stellte der Infineon-Sprecher aber klar. Infineon benötige vielmehr neue Kapazitäten im Automotive- und Industriesegment, um mit dem Wachstum Schritt zu halten.

Infineon geht davon aus, dass der weltweite Markt für Halbleiter im Automobilsektor in den nächsten Jahren um etwa zehn Prozent jährlich wachsen wird. Die Aktie des Halbleiterherstellers reagierte auf die Nachricht zunächst kaum und notierte am Vormittag mit 8,41 Euro um 0,7 Prozent im Minus. Der Gesamtmarkt verlor 0,2 Prozent.

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