mmO2 i-mode macht sich breit

E-Plus erhält Konkurrenz. Der kleinere Wettbewerber O2 wird ab 2006 ebenfalls den mobilen Internetdienst i-mode anbieten. Bisher war der Mutterkonzern von E-Plus, KPN, einziger europäischer Partner des japanischen Unternehmens NTT Docomo, das i-mode entwickelte. Mit der Kooperation mit mmO2 soll das Angebot nun auf breitere Basis gestellt werden.

Tokio - Nach E-Plus wird in Zukunft auch der Münchner Mobilfunkbetreiber O2 den mobilen Internetdienst i-mode in Deutschland anbieten. Wie der japanische Mobilfunkkonzern NTT Docomo  am Dienstag in Tokio mitteilte, hat die britische O2-Mutter mmO2  die Rechte erworben, ihren 22 Millionen Kunden in Großbritannien, Deutschland und Irland i-mode anzubieten. Zu finanziellen Details wollte ein Sprecher des japanischen Mobilfunkkonzerns keine Stellung nehmen.

mmO2 plant, i-mode in der zweiten Jahreshälfte 2005 in Großbritannien und Irland einzuführen. Für den deutschen Markt sollen zunächst Mobiltelefone auf Grundlage der i-mode-Technologie entwickelt werden, die in die so genannte Homezone von O2 integriert werden, innerhalb derer Kunden zu ähnliche Preisen wie im Festnetz telefonieren können. Der Start in Deutschland sei für Frühjahr 2006 geplant.

Den mobilen Internetdienst i-mode hatte NTT Docomo bereits vor Jahren entwickelt. Nach kurzer Zeit hatte das Unternehmen 2001 bereits über 25 Millionen Kunden in Japan für das Angebot gewonnen. In dem niederländischen Telekommunikationsunternehmen KPN fand NTT Docomo für Europa einen Partner.

Euphorische Anfangserwartungen, i-mode werde sich hier zu Lande ebenso rasant entwickeln wie in Japan, wurden jedoch enttäuscht. Der Markt nahm das Angebot nur schleppend an. Mittlerweile meldet die KPN-Tochter E-Plus, die den Dienst zur Cebit 2002 einführte, über eine Million i-mode-Kunden. Insgesamt zählt das Unternehmen 9,1 Millionen Mobilfunkkunden. Damit ist E-Plus drittgrößter Anbieter in Deutschland. Heutzutage nutzen weltweit 45 Millionen Menschen i-mode. Die überwiegende Mehrheit der Kunden befindet sich in Japan.

Konkurrent Vodafone, der ebenfalls ein Informations- und Kommunikationsportal für das Handy anbietet, hat für seinen Dienst Vodafone Live inzwischen 3,6 Millionen Kunden in Deutschland gewonnen. Insgesamt haben 26,1 Millionen Kunden einen Vertrag mit dem Düsseldorfer Unternehmen abgeschlossen. Marktführer ist die Telekom-Tochter T-Mobile mit insgesamt 27,4 Kunden.

i-mode sei Teil des UMTS-Aufbaus von mmO2, hieß es weiter. Von der Einführung des neuen Mobilfunkstandards versprechen sich die Anbieter einen höheren Datenumsatz. O2 zählt hier zu Lande 6,67 Millionen Kunden und ist damit der viertgrößte Mobilfunkanbieter.