Arag Alldata steht zum Verkauf

Der Düsseldorfer Versicherungskonzern Arag will seine IT-Tochter Alldata Systems verkaufen. Das IT-Geschäft als Dienstleister ist für die Arag nur noch Randgeschäft. 270 Mitarbeiter sind vom Verkauf betroffen.

Düsseldorf - Die Euphorie, eigene IT-Töchter zu gründen und den Markt damit aufzurollen, ist vorbei. Angesichts anhaltender Investitionszurückhaltung konzentrieren sich viele Konzerne wieder auf ihr Kerngeschäft. IT-Dienstleistungen für Dritte gehören meist nicht dazu - zumal das Geschäft oft auch gar nicht richtig in Gang gekommen ist. Die Unternehmen ziehen nun ihre Konsequenzen: Die IT-Töchter werden verkauft, wiedereingliedert oder in Joint Ventures eingebracht.

ThyssenKrupp  hat beispielsweise seine IT-Tochter verkauft, auch KarstadtQuelle  ist inzwischen Itellium in Teilen losgeworden. Verkäufe gestalten sich jedoch mittlerweile schwieriger, denn der Markt ist von Überkapazitäten und Konsolidierung geprägt.

Auch der Versicherungskonzern Arag hat sich nun entschlossen, aus dem IT-Servicegeschäft für Dritte auszusteigen. Der IT-Dienstleister Alldata Systems soll verkauft werden, erfuhr manager-magazin.de. Unternehmenssprecher Klaus Heiermann bestätigte den Plan: "Wir wollen uns auf unser Kerngeschäft konzentrieren und suchen deshalb nach einer Lösung für Alldata Systems." Die IT-Dienstleistungen für Dritte seien für die Arag nur Randgeschäft. Noch im März hatte das Unternehmen derartige Verkaufsabsichten bestritten.

Alldata wurde 1970 gegründet. Das Unternehmen war damals für die IT des Mutterkonzerns zuständig. Die Münchener Niederlassungen Arag Leben und Arag Kranken hatten wiederum eigenständige IT-Abteilungen. 2001 wurden die verschiedenen Bereiche konzernweit zur Alldata Systems zusammengefasst, das Drittgeschäft gehörte inzwischen ebenfalls zum Portfolio.

Vor etwa eineinhalb Jahren spaltete der Konzern schließlich den IT-Dienstleister in die Alldata Systems GmbH, die sich vor allem um das externe Geschäft kümmert, und die Arag IT GmbH auf, die sich ausschließlich den IT-Fragen des Konzerns widmet.

Rückläufiges Geschäft

Spezialisiert ist Alldata Systems naturgemäß auf Services für Versicherungen und Banken. Auf der Referenzliste stehen Unternehmen wie der Axa-Konzern, die BHW Bank, der Gothaer Konzern, M.M. Warburg & Co, Sal. Oppenheim jr. & Cie, Thyssengas und T-Systems SFH.

Vor der Aufspaltung habe Alldata bereits 50 Prozent des Umsatzes mit externen Unternehmen gemacht, berichtete der Sprecher. 2003 lag der Umsatz bei circa 50 Millionen Euro. 2004 sei jedoch von einem weiteren Rückgang des Geschäftes geprägt, sagte Heiermann. "Wir beobachten seit etwa zwei Jahren, dass sich der Markt zunehmend schwieriger gestaltet." So peilt das Unternehmen für dieses Jahr auch nur noch einen Umsatz zwischen 25 bis 30 Millionen Euro an.

Die Arag habe bereits eine Investmentbank beauftragt, einen geeigneten Käufer oder Partner zu finden, sagte Heiermann. Noch sei nicht klar, ob die IT-Tochter im Ganzen oder in Teilen veräußert werden könne. Auch ein Zeitpunkt, bis wann das Unternehmen abgestoßen werden soll, stehe nicht fest.

Insgesamt beschäftigt das IT-Haus 270 Mitarbeiter, die am vergangenen Donnerstag über die Verkaufsabsichten informiert wurden. "Wir würden uns freuen, wenn wir einen strategischen Partner finden, der die Alldata Systems weiterführt", so der Sprecher. Bedingung ist dies aber offenbar nicht.