IDS Scheer Co-Vorstandschef scheidet aus

Der stark wachsende IT-Dienstleister IDS Scheer baut seine Führungsspitze um. Vorstand Ferri Abolhassan, der vom Giganten SAP kam und das US-Geschäft ankurbeln sollte, zieht sich überraschend zurück. Sein Bereich wird vom Osteuropa-Experten Herbert Kindermann übernommen.

Saarbrücken - Ferri Abolhassan, Co-Vorstandssprecher bei IDS Scheer  wird das Unternehmen zum 31. Dezember verlassen. Wie IDS am Freitag ad hoc mitteilte, verlässt Abolhassan das Unternehmen auf eigenen Wunsch. Der bisherige Co-Vorstandssprecher Helmut Kruppke werde ab dem 1. Januar 2005 alleiniger Vorstandssprecher.

Ein Branchenexperte hielt es gegenüber manager-magazin.de für möglich, dass IDS Scheer sich schwerpunktmäßig auf das deutsche und europäische Geschäft fokussieren wird. In Abolhassans Zuständigkeitsbereich fällt das US-Geschäft des IT-Dienstleisters. Abolhassan, der von SAP  zu IDS Scheer kam, hatte den Bereich maßgeblich weiterentwickelt. Zum Zeitpunkt seines Einstiegs bei IDS Scheer, hatte das US-Geschäft tiefrote Zahlen geschrieben. Im vergangenen Jahr gelang der Turnaround, die Sparte lag mit fast zwei Millionen Euro im Plus.

Betreut wird das internationale Geschäft jetzt von Herbert Kindermann, der ab 1. Januar in den Vorstand aufrücken wird. Kindermann war bisher für das Osteuropa-Geschäft zuständig. Die Pressemitteilung lobt Kindermann: "Seit 2000 hat IDS Scheer den Umsatz in dieser Region verzehnfacht", heißt es.

In einer Telefonkonferenz unterstrich Co-Vorstandssprecher Helmut Kruppke, dass Abolhassans Ausstieg ausschließlich persönliche Gründe habe. "Das hat nichts mit dem operativen Geschäft oder Strategiedifferenzen zu tun". "Ich kann ihnen sagen", so Kruppke weiter "dass Herr Abdolhassan eine neue Herausforderung in der Wirtschaft annehmen wird." Nachfolger Kindermann ergänzte, dass das "US-Geschäft sehr gut läuft, die Plaut-Akquisition fängt an, sich bezahlt zu machen." "Größere Zukäufte sind für 2005 international nicht geplant", gab Kruppke einen Ausblick für das kommende Jahr.

Jüngst hatte das Unternehmen seine Umsatzprognose gesenkt. Aufgrund der "anhaltenden Investitionszurückhaltung" der Kunden erwartet der IT-Dienstleister jetzt ein Plus von rund 24 Prozent. In absoluten Zahlen ausgedrückt: Für 2004 rechnet der Vorstand nun mit einem Konzernumsatz von rund 275 Millionen Euro. Die ursprünglich avisierten 290 Millionen Euro seien aufgrund der marktbedingten Investitionszurückhaltung und der damit einhergehenden Verschiebung von "bereits getroffenen Projektentscheidungen" nicht mehr zu halten.