Blackberry E-Mails aufs Handy

Vodafone und T-Mobile haben das neue Gerät des kanadischen Blackberry-Herstellers RIM im Programm. Das Blackberry 7100 ist etwa so groß wie ein Handy und soll für ein schnelles Abrufen von Dateianhängen sowie für eine leichte Texteingabe sorgen. Die Einsteigertarife starten bei 17 Euro.

Frankfurt/Main - Bunte Bildchen und polyphone Klingeltöne sind ja ganz nett - die wichtigste Funktion für das Mobiltelefon bleibt aber die Kommunikation. Dies zeigt sich auch in einem wachsenden Interesse an der "Mobile E-Mail", der Übertragung der elektronischen Post auf das Handy. Die zurzeit interessanteste Technik dafür, der Push-Dienst Blackberry, wird bislang vor allem für Geschäftsleute angeboten. Mit sinkenden Tarifen könnte ein Blackberry aber auch für Privatnutzer interessant werden.

Push-Dienst bedeutet, dass man sich die E-Mail nicht selbst vom Mailserver abholt (das wird auch als Pull-Verfahren bezeichnet), sondern wie eine SMS aufs Handy bekommt. Dafür wird die GPRS-Technik des Mobilfunknetzes genutzt, die eine ständige Internet-Verbindung ermöglicht. Ein spezieller Blackberry-Server fragt ständig beim Mailserver des Kunden nach, ob neue Mails eingetroffen sind, und schickt diese dann auf dessen Handy.

Das von Vodafone  vertriebene Blackberry 7100 zeigt die neu eingegangenen E-Mails in einem Verzeichnis für den Posteingang mit einem roten Briefumschlag an. Die zeitliche Verzögerung des zusätzlichen Transportwegs lag im Test bei 9 bis 17 Minuten. Erstaunlich schnell reagiert die Technik beim Öffnen der E-Mail und auch beim Öffnen von größeren Datei-Anhängen. Der LCD-Bildschirm ist mit 240 mal 260 Pixeln fast quadratisch. Er zeigt Bilder mit mehr als 65.000 Farben an und bringt mit einer kleinen, aber sehr klaren Schrift erstaunlich viel Text unter: 15 Zeilen mit etwa 32 Buchstaben.

So groß wie ein normales Mobiltelefon

Die Blackberry-Geräte waren bislang ziemlich groß, breit und unhandlich. Das jetzt neu auf den Markt gebrachte Blackberry 7100 ist kaum größer als ein normales Mobiltelefon und wiegt etwa 120 Gramm. Die Bedienung der Tasten ist am Anfang gewöhnungsbedürftig: Die Buchstaben sind nicht wie sonst beim Handy üblich angeordnet, sondern folgen dem Qwertz-Standard der PC-Tastatur. Jede Taste ist mit zwei Buchstaben belegt, daneben gibt es unter anderem eine Umschalt- und eine Enter-Taste für neue Absätze.

Das Schreiben von längeren Texten ist damit spürbar einfacher als mit dem Mobiltelefon. Dazu trägt auch eine spezielle Software für die Texteingabe bei, die besonders bei den im Deutschen so häufigen zusammengesetzten Begriffen wesentlich leistungsfähiger ist als die beim Handy übliche T9-Texteingabe.

Ein umfangreiches Menü mit vielfältigen Funktionen unterstützt die Mail-Kommunikation mit dem Handy. So erkennt die Technik nicht nur Internetadressen in einer E-Mail, sondern auch Telefonnummern. Wird die entsprechende Textstelle angesteuert, kann man über das Scroll-Rädchen am rechten Rand die Internet-Adresse aufrufen, die Telefonnummer anrufen oder eine SMS dorthin schicken. Werden mehrere SMS mit einem Kommunikationspartner ausgetauscht, so zeigt das Blackberry-Display alle Mitteilungen in einem eigenen "Thread" an, kettet diese also in der richtigen Reihenfolge zusammen.

1000 E-Mails zum Einsteigerpreis

1000 E-Mails zum Einsteigerpreis

Auf der Website zum Einrichten des Blackberry-Servers können bis zu zehn E-Mail-Konten angemeldet werden - erforderlich sind die Adresse des Mail-Servers sowie Benutzername und Passwort. Neben dem verbreiteten POP-Standard werden auch Mail-Konten mit IMAP und Lotus sowie Accounts von speziellen Anbietern wie AOL oder Yahoo  unterstützt.

Allerdings müssen die Mail-Server frei erreichbar und nicht in einem abgeschotteten Netz (VPN) versteckt sein. Bei der Konfiguration der Konten kann man mit einfach zu erstellenden Filtern bestimmen, dass nur Mails von bestimmten Absendern oder mit einem festgelegten Begriff in der Betreffzeile weitergeleitet werden sollen.

Dies ist nicht nur aus Kostengründen sinnvoll. Wenn der Blackberry mit mehr als hundert Mails am Tag überflutet wird, kommt man kaum mit dem Öffnen und Löschen nach. Praktisch ist, dass man alle Mails bis zu einem bestimmten Tag auf einmal löschen kann. Unabhängig von den Blackberry-Aktionen bleiben die Mails auf dem ursprünglichen Mailserver erhalten.

Die vom kanadischen Unternehmen Research In Motion (RIM) entwickelte Blackberry-Technik ist nicht auf die Geräte dieses Herstellers beschränkt. Über Lizenzvereinbarungen soll es den E-Mail-Push-Dienst demnächst auch auf bestimmten Handheld-Computern und Mobiltelefonen geben.

Das Blackberry 7100 kostet bei Vodafone mit Vertragsabschluss 98 Euro, ohne Vertrag 350 Euro. Neben den Kosten für den Mobilfunk fallen zusätzliche Kosten an. Die Einsteigertarife liegen zwischen 17 Euro bei Vodafone oder 17,26 Euro bei T-Mobile. Dabei ist die Datenmenge des E-Mail-Verkehrs auf zwei MB im Monat begrenzt bleibt. Bei reinen Textmitteilungen reicht das für rund 1000 E-Mails.

Peter Zschunke, AP

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