Handy-Viren Schädel aus Troja

Es war nur eine Frage der Zeit: Nun gibt es die ersten Handy-Trojaner. Die Software Skulls gibt sich als Programm zur Gestaltung der Bedienmenüs aus. Tatsächlich aber legt sie rasch fast alle Funktionen lahm.

Hamburg - Viele Privatanwender haben es erst vor kurzem fertig gebracht, ihren PC zuverlässig vor Viren zu sichern. Doch die Schlacht ist damit nicht gewonnen, sie geht an anderer Front weiter. Die nächste Welle sind Handy-Viren. Derzeit verbreitet sich der Trojaner Skulls.

Betroffen ist das Symbian-Betriebssystem des Nokia 7610 Smartphones. Für dieses Gerät wird Skulls unter der Bezeichnung "Extended Theme Manager" auf Download-Seiten kostenlos zur Verfügung gestellt. "Theme Manager" sind Programme, mit denen sich das Design der Bedienmenüs umgestalten lässt.

Eine Umgestaltung findet auch tatsächlich statt: Anstelle der Programmsymbole für die Zusatzfunktionen des Handys erscheinen, dem Namen des Trojaners entsprechend, nach dem Download Totenschädel. Alle Verknüpfungen werden gelöscht und damit sämtliche Funktionen lahm gelegt, etwa Kalender, Webbrowser, E-Mail, SMS oder auch die Handy-Kamera. Nur einfach telefonieren kann der Benutzer noch.

Bisher ist nur das Modell 7610 betroffen, da die Datei in den Download-Foren explizit dafür bereitgestellt wird. Theoretisch könnten aber auch andere Handys geschädigt werden, die mit Symbian OS betrieben werden. Das sind in erster Linie Geräte von Nokia  oder Sony Ericsson.

"Die Entfernung des Trojaners", berichtet der Antiviren-Programmierer F-Secure, "gestaltet sich schwierig. Nur wer einen Dateimanager eines Drittanbieters auf dem Handy installiert hatte, kann Skulls eliminieren." Voraussetzung ist aber auch dann, das in der Zwischenzeit kein Neustart des Handys versucht wurde. Eine detaillierte Beschreibung der Gegenmaßnahmen findet sich auf den Seiten von F-Secure  und Symantec  (Kurswerte anzeigen).

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