Copyright Girls gegen Google

Ist ein Suchmaschinen-Betreiber verantwortlich für die juristische Qualität der Seiten, die er verlinkt? "Perfect 10", US-Magazin mit Hang zu aufreizenden Oberweiten, meint: ja. Der Verlag klagt gegen Google.

Beverly Hills - Mit nackter Haut Geld zu verdienen ist mit dem Internet viel einfacher geworden. Vorbei die Zeit, wo Erotikmagazine "in neutraler Verpackung" geliefert werden mussten, damit der Interessent überhaupt ein Abonnement bestellte. Doch nicht jedem geht es ums Geld, der Bilder nackter Frauen ins Internet stellt.

Für Erotik-Profis kann das zum Problem werden. Das US-Erotikmagazin "Perfect 10" hat Google  nun wegen Verletzung von Urheberrechten verklagt. Der "Playboy"-Konkurrent hatte den Suchmaschinenbetreiber mehrmals aufgefordert, Links aus seiner Datenbank zu entfernen, die auf illegale Kopien seiner Erotikfotos verweisen.

Wie die Zeitung "Los Angeles Times" berichtet, soll Google dieser Aufforderung nicht nachgekommen sein - daher jetzt die Klage. Sprecher von Google wollten sich zu den Vorwürfen nicht äußern, so lange der Vorwurf nicht abschließend überprüft sei.

27 Anfragen zur Säuberung

Der Fall ist kompliziert, weil Google eben nicht angelastet wird, selbst unerlaubt Bilder zu zeigen, auf die "Perfect 10" das Copyright hat. In einem Verfahren vor zwei Jahren entschied ein US-Gericht, dass so etwas zwar verboten sei, Suchmaschinen aber kleine Vorschaubilder der fraglichen Fotos dennoch zeigen dürfen. Das geschieht bei der Bildsuche von Google, in der das Internet per Stichwort nach Grafikdateien durchsucht wird.

Nicht alle "Perfect-10"-Nackedeis, die dort auftauchen, verlinken aber zur Website des Urhebers, wo man gegen Geld nach Lust und Laune der visuellen Fleischeslust frönen darf. Nicht selten scannen Leser des Magazins Bilder ein und stellen sie auf ihre private Website. Um Links, die zu solchen Daten führen, geht es in der Klage.

Der Verlag gibt an, 27-mal die Entfernung entsprechender Links aus der Datenbank angemahnt zu haben, jedoch mit beschränktem Erfolg. "Es ist sehr schwierig, Geld zu verdienen, wenn all unsere Bilder weltweit kostenlos zu haben sind", beklagte sich "Perfect-10"-Chef Norm Zada gegenüber der "Los Angeles Times". Nun engagierte er den Anwalt Russell Frackman, der schon für große Plattenfirmen gegen Internettauschbörsen vor Gericht zog.

Die Suchmaschinen der Zukunft

Sollten die Nacktfotografen von "Perfect 10", die vorgeben, ihre Models seien alle auf natürlichem Wege so schön geworden, mit ihrer Klage Erfolg haben, könnte die zukünftige Link-Politik von Suchmaschinen deutlich restriktiver ausfallen. Dabei gehört das Entfernen kritischer Seiten aus der Datenbank schon heute zum täglichen Geschäft von Google und Co. Prominent wurde ein Fall, wo Google auf Anfrage der Scientology Church Seiten aus der Liste nahm, die sich kritisch mit der Vereinigung auseinandersetzten.