Hartz-IV-Software Das System stürzt ab

Nach einem anfangs weitgehend reibungslosen Start kämpft die Bundesagentur für Arbeit mit schwerwiegenden Problemen bei der Software für das Arbeitslosengeld II. Seit etwa einer Woche bricht das System immer wieder zusammen und aktuelle Daten werden gelöscht.

Berlin - Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat seit rund einer Woche mit erheblichen Softwareproblemen bei der Datenerfassung für das Arbeitslosengeld II (ALGII) zu kämpfen. Die Schwierigkeiten hätten die BA mit Blick auf einen reibungslosen Start des ALGII zurückgeworfen, schreibt die "Frankfurter Rundschau" (FR) in ihrer aktuellen Ausgabe.

Die Probleme treten bei der Datenerfassung bundesweit auf. Das System stürze mehrmals am Tag ab, danach sei es stundenlang nicht möglich, sich wieder anzumelden. BA-Sprecher Ulrich Waschki bestätigte der Zeitung, die BA habe im Moment ein technisches Problem.

Der Zugriff sei derzeit nur "eingeschränkt" möglich. Daten könnten erfasst werden, die Bedienung sei jedoch sehr unkomfortabel, da die Mitarbeiter immer wieder "aus der Anwendung rausgeschmissen" werden, so Waschki der Zeitung gegenüber. Dadurch gingen aktuell eingetragene Daten verloren. Das sorge für Unmut bei den Mitarbeitern.

Anfangs hatte sich das System noch als stabil erwiesen. Die Abstürze seien erst in der vergangenen Woche aufgetreten. Klagen über Systemzusammenbrüche waren nicht nur aus Arbeitsämtern sondern auch aus Sozialämtern zu hören.

Wie die "FR" weiter berichtet, hätten die Techniker am vergangenen Wochenende bereits versucht, das Problem zu lösen. Doch seien am Montag wieder Schwierigkeiten aufgetreten. Laut dem Artikel sei es am Montag gelungen, das Problem zu identifizieren, auch sei eine Lösung getestet worden. In der Nacht zum Dienstag sollte die Software überarbeitet werden. Es sei aber nicht klar, ob damit die Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt werden konnten.

Am Dienstagnachmittag teilte die BA mit, dass Verbesserungen erreicht worden sei. Die BA gehe davon aus, dass sich die Verfügbarkeit des Systems in den kommenden Tagen aufgrund dieser Lösung weiter stabilisieren wird. Ein Schmorbrand in einem Rechenzentrum habe am Dienstag zudem zu einem zeitweisen Ausfall des Systems geführt.

Derzeit haben 16.000 Mitarbeiter Zugriff auf die intra- und internetbasierte Software. Die Belastbarkeit des Systems gilt als größte Herausforderung. BA-Chef Frank-Jürgen Weise hatte bereits in der Vergangenheit immer wieder darauf hingewiesen, wie eng der Zeitplan zwischen Softwareeinführung und Einführung des ALGII sei.

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