Sun Microsystems 500 Millionen Dollar für Solaris 10

Der Softwarehersteller Sun Microsystems arbeitet an seinem Geschäftsmodell. Das neue Betriebssystem "Solaris 10" ist kostenlos zu haben, bezahlt wird stattdessen der Service. Für die Entwicklung des neuen Systems investierte Sun 500 Millionen Dollar.

Santa Clara - Sun Microsystems  will sein neues Unix-Betriebssystem Solaris 10 kostenlos abgeben und damit die Umsätze im Servicebereich deutlich ausbauen. "Wir definieren die Wirtschaftlichkeit der Lizenzierung von Betriebssystem für die Industrie mit neuen Abo-Modellen und Dienstleistungen radikal neu", sagte Sun-Präsident Jonathan Schwarz. Je nach Bedarf soll der Kunde eine für das eigene Unternehmen maßgeschneiderte Lösung erhalten.

Damit will sich Sun vor allem gegen die wachsende Konkurrenz von Microsofts Windows und des freien Betriebssystems Linux durchsetzen, setzt aber damit auf ein Geschäftsmodell, dass Linux-Distributoren anwenden.

Solaris 10 sei wettbewerbsfähig gegenüber Linux und sicherer als das von Virenattacken geplagte Windows, hieß es. Das Angebot reicht von einer kostenlosen freien Nutzung bis hin zum Premiumangebot mit sämtlichen Serviceleistungen inklusive telefonischer Betreuung rund um die Uhr.

Für die Entwicklung des Betriebssystems, das mehr als 600 neue Funktionen haben soll, habe Sun insgesamt 500 Millionen Dollar ausgegeben, sagte Sun-Marketing-Präsident Tom Gogue. Der US-Serverhersteller galt lange als technologisch richtungweisendes Unternehmen des Silicon Valley.

Zuletzt hatte Sun im Geschäft mit Unternehmensservern jedoch wachsende Konkurrenz bekommen. So schrumpfte der Marktanteil der Betriebssysteme auf Unix-Basis nach Angaben von Gartner im zweiten Quartal von 38 auf 33,8 Prozent, während Windows von 33 auf 34,4 Prozent und Linux von 6,6 auf 9,5 Prozent zulegten.

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