Zukunftspreis Ein Labor in Chipgröße

Ein Forscherteam aus Itzehoe hat den mit 250.000 Euro dotierten Zukunftspreis gewonnen. Die Wissenschaftler hatten ein Labor in Chipgröße entwickelt. Damit können Analysegeräte gebaut werden, die nicht größer als eine Scheckkarte sind und die schnelle Patientendiagnostik vor Ort erlauben.

Berlin - Bei der Verleihung des Zukunftspreises 2004 am Donnerstagabend sagte Bundespräsident Horst Köhler, der Zukunftspreis zeige, "dass wir es in Deutschland können". Die Auszeichnung demonstriere die Leistungsfähigkeit des Landes, gebe öffentliche Anerkennung und sei damit auch ein Ansporn für den Forscher-Nachwuchs.

"Wir Deutsche haben nicht nur Ideen, wir können sie auch umsetzen", sagte Köhler. Der Preis ging an Forscher des Fraunhofer Institut für Siliziumtechnologie, die zusammen mit Siemens  und Infineon  an der Technologie arbeiten.

Auf dem Chip, den die Forscher entwickelten, sind Biomoleküle als "Fängermoleküle" verankert und binden Moleküle aus einer Lösung. Dadurch können DNA-Bausteine oder Proteine erkannt werden, zum Beispiel bei einer Blutuntersuchung. So ließen sich etwa schnell vor Ort Erreger der Lungenkrankheit Sars feststellen.

Der Deutsche Zukunftspreis wird seit 1997 jährlich vom amtierenden Bundespräsidenten vergeben und zeichnet technische, ingenieur- oder naturwissenschaftliche Innovationen aus. Die Anwendungsmöglichkeiten der Entwicklung, ihre Marktfähigkeit und die Schaffung von Arbeitsplätzen sind wichtige Kriterien für eine Prämierung der Forschungsleistung. Der Sieger wird von einer Jury ermittelt.

Im vergangenen Jahr erhielt das Darmstädter Chemie-Unternehmen Merck den Preis für die Entwicklung neuartiger Flüssigkristalle, die insbesondere in LCD-Flachbildschirmen zum Einsatz kommen.

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