Kontrolle Scanner zieht Fluggäste aus

Ein neues Röntgengerät, dass am Londoner Flughafen Heathrow im Einsatz ist, schaut den Passagieren unter die Wäsche. Sicherheitsexperten verteidigen den Einsatz, Bürgerrechtler halten den Intim-Scanner für unnötig und bezeichnen ihn als "Freibrief für Voyeure".

London - Die Sicherheitsbeamten am Flughafen Heathrow haben, wovon Voyeure träumen: Eine Gerät, mit der sie andere Menschen auf Knopfdruck ausziehen können. Die Maschine benutzt niedrig dosierte Röntgenstrahlung, um durch Kleidung hindurch zu blicken und erstellt ein detailliertes, anatomisches Schwarz-Weiß-Bild der Person.

Der Scanner soll feste, unter der Kleidung versteckte Gegenstände aufspüren können. Im Oktober startete der Londoner Flughafen einen vier Monate dauernden Test des Geräts. Zufällig ausgewählte Passagiere werden gefragt, ob sie sich freiwillig scannen lassen möchten.

"Ich stand vor dem Gerät und sie haben Aufnahmen in drei verschiedenen Positionen gemacht", berichtete eine Frau. "Es stört mich nicht, wenn die Bilder etwas persönlicher sind, solange ich sicher bin beim Fliegen." Ein Sprecher der Flughafenverwaltung sagte, 98 Prozent der Kontrollierten würden sich positiv über den neuen Scanner äußern.

Britische Bürgerrechtler der Gruppe Liberty bezeichneten den Einsatz des Scanners dagegen als nicht gerechtfertigt. Der Flughafen solle doch erst einmal beweisen, dass die bisher eingesetzten Detektoren nicht ausreichten, sagte ein Sprecher. "Das ist ein offensichtliches Eindringen in die Intimsphäre." Der Scanner sei ein "Freibrief für Voyeure".

Die Flughafenverwaltung verteidigte den Einsatz. Herkömmliche Röntgenscanner versagten häufig bei der Erkennung von Plastiksprengstoff und würden Alarm geben, obwohl es sich nur um Schokolade oder Erdnussbutter handle.

Ein Flughafensprecher sagte, niemandem werde mit dem Scanner zu nahe getreten. "Die Strahlungsdosis ist sehr gering, die Bilder werden nicht gespeichert." Männer würden nur von Männern und Frauen nur von Frauen gescannt. "Der Bediener sieht immer nur das gescannte Bild und nicht die Person."

Die US-Behörde American Transport Security Administration will den Nackt-Scanner vorerst nicht einsetzen: "Es gibt da einige Fragen zur Privatsphäre, die geklärt werden müssen, bevor ein Test in der Praxis beginnen kann", teilte ein Sprecher mit.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.