Oracle Peoplesoft bleibt eisern

Seit eineinhalb Jahren ringt Softwarehersteller Oracle um eine feindliche Übernahme des kleineren Konkurrenten Peoplesoft. Doch dieser setzt sich bisher eisern zur Wehr. Peoplesoft schlägt das Angebot von 8,8 Milliarden Dollar in den Wind.

Pleasanton - Die amerikanische Unternehmenssoftware-Firma Peoplesoft  hat auch das jüngste Kaufangebot des Konkurrenten Oracle  als "unzureichend" zurückgewiesen. Die Offerte von 24 Dollar je Peoplesoft-Aktie entspreche nicht dem wahren Wert des Unternehmens, teilte der Vorstand am Mittwoch nach Börsenschluss mit. Peoplesoft wehrt sich bereits seit fast eineinhalb Jahren gegen den Übernahmeversuch. Oracle hatte angekündigt, das neue Angebot sei auch das letzte.

"Der Vorstand hat beschlossen, dass Peoplesoft substanziell mehr wert ist, als Oracles letztes Angebot", sagte Peoplesoft-Konzernchef Dave Duffield. Man sei bereit, "über ein angemessenes Angebot" zu verhandeln, 24 Doller seien das aber nicht. Daher hat der Vorstand seinen Aktionären erneut empfohlen, zu diesem Preis nicht zu verkaufen. Das Unternehmen sei inzwischen mehr wert als im Februar, als Oracle noch 26 Dollar pro Aktie, beziehungsweise einen Gesamtbetrag von 9,4 Milliarden Dollar, geboten habe.

Oracle werde das Angebot von insgesamt rund 8,8 Milliarden Dollar zurückziehen, falls nicht bis zum 19. November die Mehrheit der Peoplesoft-Aktien angeboten werde, entgegnete Oracle-Chef Larry Ellison. 24 Dollar je Aktie sei der "absolute Höchstbetrag", den man zu zahlen bereit sei. Am 1. November hatte Oracle sein zwischenzeitliches Angebot von 21 Dollar auf 24 Dollar erhöht. Darüber hinaus gebe es bessere Verwendungszwecke für das eigene Kapital, einschließlich Akquisitionen und Rückkäufen eigener Aktien.

Oracle sei jetzt seit eineinhalb Jahren mit der Sache beschäftigt, und es sei Zeit für einen Abschluss. Zur Diskussion für weitere Akquisitionen stehen unter anderem Siebel Systems  und Bea Systems .

Die Peoplesoft-Aktien fielen am Mittwoch nachbörslich um 2,15 Prozent auf 22,30 Dollar, und die Oracle-Aktien gaben um 0,45 Prozent auf 13,32 Dollar nach.

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