Bundesarbeitsagentur Verwaltungsrat will virtuellen Arbeitsmarkt abschalten

Jürgen Heike, Mitglied des BA-Verwaltungsrates, fordert, den virtuellen Arbeitsmarkt der Bundesagentur für Arbeit komplett einzustellen. Das umstrittene Projekt hat bereits über 60 Millionen Euro verschlungen. Nach Heike sei die Online-Jobbörse aussichtslos und verschlinge nur Geld.

Berlin - Der Staatssekretär im bayerischen Sozialministerium sagte dem "Münchner Merkur", er sehe nur noch Kosten und keine Chancen für den virtuellen Arbeitsmarkt.

Obwohl bereits 60 Millionen Euro in das Projekt geflossen seien, wäre ein Ausstieg die beste Lösung. "Ansonsten fließen vielleicht noch einmal 100 Millionen hinein", sagte Heike dem Blatt.

Der virtuelle Arbeitsmarkt hatte Ende vorigen Jahres Negativschlagzeilen gemacht. Damals war bekannt geworden, dass die Kosten für die Zeit bis 2008 statt der ursprünglich veranschlagten 65 Millionen Euro auf 165 Millionen Euro steigen könnten. Der BA-Vorstand hatte daraufhin die Kosten auf 163 Millionen Euro begrenzt. Der zuständige Projektleiter wurde von seinen Aufgaben entbunden.

Der virtuelle Arbeitsmarkt umfasst neben der Ablösung des internen Computersystems zur Beratung und Vermittlung von Arbeitslosen eine Internet-Jobbörse und ein Internetserviceportal.

Zu dem Projekt gehört auch ein Jobroboter - eine Suchmaschine, die auf Internetseiten von Unternehmen nach Stellenangeboten sucht. Nach Berichten zahlreicher Nutzer funktioniet das Portal nur rudimentär.

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