Oracle 8,8 Milliarden Dollar für Peoplesoft

Es kam, wie es kommen musste - Oracle hat das Angebot für Peoplesoft erhöht. Nun bietet das Unternehmen drei Dollar mehr pro Aktie. Peoplesoft will das Gebot nun prüfen. Den Anlegern rät der Verwaltungsrat, sein Urteil abzuwarten.

New York - Der US-Software-Konzern Oracle  hat sein milliardenschweres Übernahme-Angebot an den Konkurrenten Peoplesoft  am Montag erhöht. Oracle teilte mit, das Unternehmen setze sein Angebot von 21 Dollar auf nunmehr 24 Dollar pro Aktie herauf. Damit steigt das Übernahmeangebot von 7,7 auf 8,8 Milliarden Dollar

Dies sei das optimale und letztmalige Angebot. Das veränderte Angebot werde zum 19. November um Mitternacht US-Ostküstenzeit auslaufen. Die Veränderungen seien so, dass die meisten Bedingungen aufgehoben würden. Peoplesoft hatte das vorherige Angebot von Oracle als nicht ausreichend und nicht dem Wert des Unternehmens entsprechend zurückgewiesen.

Nach dem Rauswurf von Peoplesoft-Chef Craig Conway werden Oracle mit seinem Übernahmeangebot jedoch generell bessere Chancen zugerechnet, auch wenn der neue Chef des Unternehmens sich in kämpferischen Tönen übte. Er sei nicht angetreten, um zu verkaufen, hatte der neue Peoplesoft-Chef David Duffield in einer E-Mail an die Mitarbeiter geschrieben. Branchenexperten vermuteten dahinter jedoch taktische Beweggründe, um den Preis in die Höhe zu treiben.

Der Verwaltungsrat von Peoplesoft riet nun den Aktionären am Montag in einer ersten Reaktion zum Abwarten. Er wolle das Angebot überprüfen und dann eine Empfehlung abgeben. Bislang hatte das Aufsichtsgremium alle vorherigen Angebote abgelehnt. Sie befanden das Softwareunternehmen als unterbewertet.

Doch mittlerweile ist der Aktienkurs des Spezialisten für Unternehmenssoftware gefallen und auch in der Bilanz macht sich der bislang gescheiterte Übernahmeversuch bemerkbar. So hatten sich einige Analysten zuletzt auch schon dahingehend geäußert, dass das Angebot von 21 Dollar zu hoch sei.

Wie auch immer sich der Aufsichtsrat von Peoplesoft entscheidet, eine Hürde hat Oracle auf jeden Fall inzwischen genommen: Von den Kartellbehörden in den USA und der EU ist kein Widerstand mehr zu erwarten. Ende Oktober hatte die EU-Kommission den Übernahmeplan genehmigt und damit die letzte kartellrechtliche Hürde für die Transaktion aus dem Weg geräumt. Zuvor hatte sich Oracle die Genehmigung der US-Behörde gerichtlich erkämpft.

Die Peoplesoft-Aktien schossen am Montag im vorbörslichen Handel um 10,64 Prozent auf 22,99 Dollar nach oben. Die Aktien von Oracle notierten bei 12,66 Dollar unverändert.