Docmorris Vorbereitungen zum Börsengang

Passend zum Einstieg des britischen Investors HG Capital sorgt die niederländische Web-Apotheke Docmorris für gute Stimmung. Die Kundenzahl hat sich seit Anfang des Jahres verdoppelt und auch der Umsatz ist kräftig gestiegen. Bis 2006 soll das Internetunternehmen an die Börse.

Aachen / Heerlen - Die niederländische Versandapotheke Docmorris verspürt starken Rückenwind und wächst weiter sprunghaft. Genau passend zum Einstieg des britischen Investors Hg Capital meldet das Internetunternehmen, in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres die Zahl der Kunden in Deutschland im Vergleich zu 2003 verdoppelt zu haben.

Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres habe die Kundenzahl bei 250.000 gelegen. Der Umsatz stieg in den ersten drei Quartalen 2004 auf 93 Millionen Euro, 2003 waren es 32 Millionen Euro.

Docmorris habe bisher mehr als 200 Verträge mit Krankenkassen abgeschlossen, teilte das Unternehmen weiter mit. Auf diese Weise seien 36 Millionen Versicherte angesprochen: Die Mitglieder der Gesetzlichen Krankenversicherungen sorgten für knapp drei Viertel des Gesamtumsatzes der Versandapotheke. Das Unternehmen habe zwischen Anfang Januar und Ende September 775.000 Pakete mit insgesamt 3,5 Millionen Medikamenten versandt, hieß es. Im Vergleichszeitraum 2003 waren es 360.000 Pakete mit 1,1 Millionen Medikamenten.

Etwa 70 Prozent aller Docmorris-Kunden hätten eine chronische Erkrankung. Die größte Gruppe (186.000) bildeten Patienten, die mit Medikamenten nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall behandelt werden, 166.000 Docmorris-Kunden litten unter Bluthochdruck, 151.000 seien Diabetiker. Rund drei Viertel der Kunden bestellten ihre Arzneimittel per Post, 19 Prozent via Internet und 7 Prozent mittels Fax.

Jede fünfte Bestellung betreffe verschreibungsfreie Waren. Für 2004 hatte das Unternehmen mit rund 320 Beschäftigten einen Umsatz von 140 Millionen Euro angekündigt. Zum Gewinn wurden keine Angaben gemacht.

Ende Oktober wurde bekannt, dass der britische Investor HG Capital 46 Prozent an Docmorris übernehmen will, während die bisherigen Investoren 3i und Techno Nord ihre Anteile reduzieren. Geplant ist, das niederländische Unternehmen bis 2006 an die Börse zu bringen.

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