Lycos Europe Tief in den roten Zahlen

Das Internetportal ist weiterhin deutlich vom Break-even - auch wenn der Umsatz zulegt und der Verlust schrumpft. Für 2007 peilt nun Vorstandschef Christoph Mohn einen Gewinn an.

Haarlem/Gütersloh - Europas fünftgrößtes Internetportal Lycos Europe  schreibt weiter rote Zahlen. Für das dritte Quartal wies das Unternehmen jedoch einen leichten Umsatzanstieg im Vergleich zum Vorjahr aus. Auch der Verlust schrumpfte leicht. Dem Geschäftsbericht zufolge steig der Umsatz von 19,4 Millionen Euro auf 22,8 Millionen Euro. Gleichzeitig war das dritte Quartal damit aber auch das schwächste Quartal in diesem Jahr. In den ersten drei Monaten lag der Umsatz bei 23,79 Millionen Euro und im zweiten Quartal bei 23,85 Millionen Euro.

Der Betriebsverlust sank in den Monaten Juli bis September auf 10,5 Millionen Euro, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag bei minus 7,2 Millionen Euro, ein Jahr zuvor waren es noch minus 8,1 Millionen Euro.

Wie das Unternehmen mitteilte, habe vor allem der Bereich kostenpflichtige Dienste und Shopping mit einer Zunahme von 86 Prozent auf 7,9 Millionen Euro zum Umsatzplus beigetragen. Nur noch ein gutes Drittel der Erlöse werde mit Werbeeinnahmen erzielt.

Vorstandschef Christoph Mohn sagte, er wolle bis 2007 100 Millionen Euro im Jahr mit Bezahldiensten umzusetzen sowie Gewinne zu machen. "Wir haben das Ziel formuliert, relativ unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung profitabel zu sein." Langfristig werde der Umsatzanteil der - starken Schwankungen unterworfenen - Werbeeinnahmen daher bei rund 25 Prozent liegen. Mit einem Wachstum von 47 Prozent bei den Bezahldiensten im dritten Quartal, die Zukäufe herausgerechnet, liege das börsennotierte Unternehmen im Plan.

In den ersten neun Monaten stieg er Umsatz im Vergleich zum Vorjahrszeitraum von 61,8 Millionen Euro auf 70,5 Millionen Euro. Der Betriebsverlust sank um 14 Prozent auf 39 Millionen Euro. Das Ebitda lag bei minus 28,7 Millionen Euro, ein Jahr zuvor waren es minus 28,6 Millionen Euro. Die liquiden Mittel sanken zum Ende September von 184,4 auf 123,7 Millionen Euro.

Für das Jahr 2004 versuche Lycos Europe die Umsätze auf 100 Millionen Euro zu steigern, heißt es im Geschäftsbericht. Weiter heißt es, die neue Geschäftsstruktur habe weitere Rationalisierungsmöglichkeiten aufgezeigt. Lycos Europe beabsichtige deshalb, demnächst weitere Maßnahmen zur Reduzierung der Kostenbasis zu ergreifen. Kurzfristig fielen deshalb zusätzliche Restrukturierungskosten an. Das Unternehmen hat innerhalb der vergangenen 12 Monate die Anzahl der Mitarbeiter gesenkt. Waren es Ende September 2003 noch 925 Angestellte, sind es ein Jahr später 892.