Hardware-Suchmaschine Google sucht für die Vereinten Nationen

Das Onlineunternehmen Google durchsucht nicht nur das Internet oder sorgt für gesponserte Links. In den USA bietet es auch eine Hardware, damit Firmen in ihren Netzwerken unternehmensintern nach Daten recherchieren können. Nun kommt dieser Service auch nach Deutschland.

Hamburg - Der Suchmaschinenanbieter Google  bringt jetzt auch in Deutschland ein spezielles Zusatzgerät zur Suche in unternehmensinternen Netzwerken auf den Markt. Wie das Unternehmen am Donnerstag in Hamburg mitteilte, soll die "Google Search Appliance" Firmen helfen, Recherchen in ihren Datenbeständen zu optimieren.

"Studien haben gezeigt, dass Suche nach Informationen in manchen Unternehmen bis zu 25 Prozent der Arbeitskraft bindet", sagte der zuständige Geschäftsführer von Google, Dave Girouard in Hamburg. An diesem Punkt soll das Suchsystem ansetzen.

Die Kombination aus Hard- und Software prüft, vergleichbar mit der Internetsuche von Google, Inhalte von Firmen- oder Universitätsnetzwerken. So können Mitarbeiter zu einem bestimmten Thema via Google nicht nur im Internet recherchieren, sondern mit dem neuen System auch elektronische Archive innerhalb des hausinternen Netzes durchsuchen. Der Zugriff auf sicherheitsrelevante Daten lässt sich individuell sperren.

Drei Jahre Erfahrung

"Bisherige Suchsysteme innerhalb von Unternehmen waren entweder zu schlecht, zu ineffektiv oder zu teuer", sagt Girouard über die Erfolgschancen des Systems. In den Vereinigten Staaten ist die Technik seit rund zwei Jahren auf dem Markt. Zu den Kunden zählen nach Angaben von Google unter anderem die Vereinten Nationen und der Finanzdienstleister Morgan Stanley.

Das Gerät wird in drei Ausführungen angeboten, je nach Unternehmensgröße und Leistungsanforderungen. Google übernimmt ebenfalls den technischen Kundendienst und die Modernisierung des Systems.

Bislang macht Google in Deutschland fast vorrangig seine Umsätze mit Online-Werbung. Wie das Unternehmen auf den Münchener Medientagen berichtete, stammen hier zu Lande rund 90 Prozent der Einnahmen aus Werbeeinnahmen. Das Hardwaresegment und neue Produkte bei der mobilen Suche sollen nun anderweitige Einnahmequellen stärken.

Mehr lesen über

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.