Handys/Laptops Lieber Turbinenantrieb statt Akku

Die Batterie ist leer, nichts geht mehr, kein Gespräch und keine E-Mail. Nun wollen amerikanische Wissenschaftler Handys und Laptops schon bald mit Mini-Dieselturbinen ausstatten. Motor und Generator sind dabei auf einer Siliziumschicht untergebracht.

New York - Wenn dem Hightech-Soldaten von Morgen der Saft auf seinem Laptop ausgeht, dann kippt er einfach ein bisschen Diesel in den Rechner, und er läuft weiter. So in etwa sieht sie aus - die Vision von der Miniatur-Dieselturbine. Der Weg zur Steckdose ist überflüssig, herkömmliche Lithium-Akkus haben ausgedient.

Der Dieselantrieb für Handys und Laptops könnte sich als interessante Alternative zu Brennstoffzellen entwickeln, die von vielen als der wahrscheinlichste Akku-Nachfolger gehandelt werden. David Arnold und Mark Allen vom Georgia Institute of Technology sind dem Schritt zur Miniaturturbine nun einen Schritt näher gekommen. Erstmals konnten sie einen Stromgenerator in einen Silizium-Wafer integrieren.

Bei früheren Experimenten hatten Wissenschaftler bislang nur dieselbetriebene Mini-Turbinen auf dem Halbleiter untergebracht. Um aus den Rotationsbewegungen eines kleinen Magneten Strom zu erzeugen, mussten die Forscher bis dato Bauteile verwenden, die sich nicht auf demselben Silizium-Wafer befanden.

Zur Stromerzeugung rotiert ein flacher Magnetring mit bis zu 100.000 Umdrehungen pro Minute. Der Magnet wechselt alle 45 Grad die Polung. Die Leistung in den um den Magneten verteilten Minispulen erreichte 1,1 Watt, berichtet das Wissenschaftsmagazin "New Scientist".

"Turbinenantriebe sind erstaunlich effizient", sagte der MIT-Forscher Stuart Jacobson, der mit Arnold und Allen zusammenarbeitet. Der Hauptvorteil dieser Antriebe liegt darin, dass sie - bezogen auf das gleiche Volumen - zehn Mal mehr Energie speichern können als Lithium-Akkus.

Für die leistungsstarke Akku-Alternative interessiert sich besonders die US-Armee. "Wir haben ein enormes Energieproblem", sagte Mike Waits, Forschungsingenieur in einem Militärlabor in Maryland. Soldaten seien die Hände gebunden, wenn die Batterien versagten.

Das US-Militär sponsert deshalb die Entwicklung der Mini-Turbinen und hofft schon bald, Funkgeräte, GPS-Empfänger und Laptops damit ausrüsten zu können. Der Energienachschub dürfte dann kein Problem mehr sein, denn Diesel müssen die Soldaten ohnehin immer dabei haben, damit ihre Lkw und Panzer rollen können.

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