Docmorris Briten steigen ein

Die Internetapotheke Docmorris hat einen neuen Gesellschafter. Während Techno Nord und 3i Anteile abgeben, übernimmt die britische Investmentgesellschaft Hg Capital 46 Prozent. Nun soll der niederländische Medikamentenhändler an die Börse gebracht werden.

Heerlen - Nach Monaten der Suche hat die Internetapotheke Docmorris einen neuen Gesellschafter gefunden. Es ist der britische Finanzinvestor Hg Capital. Das Unternehmen übernimmt insgesamt 46 Prozent von den bisherigen Gesellschaftern. Zu den größten Eignern gehörten bislang die Kapitalgeber Dr. Neuhaus Techno Nord und 3i.

Lindsay Dibden, Director von Hg Capital, sagte, "wir haben uns zu diesem Investment entschieden, weil Docmorris eine starke Marktposition und hervorragende Wachstumschancen besitzt". Davon ist auch Mitgesellschafter Techno Nord überzeugt: "Wenn sich der Umsatz weiter so rasant wie bisher entwickelt, ist Docmorris ein starker Kandidat für einen Börsengang." Geplant ist dieser innerhalb der kommenden vier Jahre. "Die Gesellschafter sind sich einig", sagte auch Geschäftsführer und Mitgründer Ralf Däinghaus.

Sollte die Kartellbehörde zustimmen, werde der Vertrag im November vollzogen, hieß es weiter. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Für dieses Jahr plant Docmorris einen Umsatz von 140 Millionen Euro. Im kommenden Jahr sollen es 230 Millionen Euro werden. Mitte dieses Jahres meldete das Unternehmen, mit 63 Millionen Euro schon den Gesamtumsatz des Jahres 2003 überstiegen zu haben. Den meisten Umsatz macht die Versandapotheke dabei in Deutschland.

Erst kürzlich entscheid das Oberlandesgericht in Hamm, dass für das niederländische Unternehmen nicht die in Deutschland übliche Preisbindung für Medikamente gilt. Insgesamt zählt Domorris etwa 500.000 Kunden, 80 Prozent kommen davon aus Deutschland. Ursprünglich hatte der Onlinehändler auch mit KarstadtQuelle  über einen Einstieg gesprochen. Doch die Verhandlungen endeten erfolglos.

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