Web.de US-Tochter verhagelt das Ergebnis

Die Abschreibungen auf eine US-Tochter haben Web.de unter dem Strich tief in die Verlustzone gedrückt. Deutschlands zweitgrößter Internetportal-Betreiber nach T-Online schließt rote Zahlen für das Gesamtjahr nicht aus.

Karlsruhe - Web.de  ist wegen Abschreibungen auf eine US-Tochter im dritten Quartal in die Verlustzone gerutscht. Der Fehlbetrag belaufe sich auf 3,6 Millionen Euro nach einem Gewinn von 0,1 Millionen Euro im Vorjahr, teilte die Gesellschaft am Donnerstag in Karlsruhe mit.

Für das Gesamtjahr rechnet Web.de zwar immer noch mit einem Umsatzplus, rote Zahlen schloss das Unternehmen allerdings nicht aus. Die Aktie verlor bis 10.17 Uhr auf 6,79 Euro und zählte damit zu schwächsten Werten im TecDax .

Das Unternehmen begründete den Einbruch mit Wertberichtigungen in Höhe von 3,9 Millionen Euro auf die im Jahre 2000 eingegangene Minderheitsbeteiligung an der US-amerikanischen Voipgroup. "Diese Beteiligung hat für uns keinen Wert, daher haben wir sie abgeschrieben", sagte ein Sprecher.

Das Karlsruher Unternehmen erwartet für 2004 weiterhin ein positives Ebitda. Zu der Höhe machte Web.de keine Angaben. Im dritten Quartal erhöhte sich der Ebitda-Gewinn auf 0,9 (0,8) Millionen Euro. Wegen der Wertberichtigungen in die USA schloss der Sprecher einen Fehlbetrag im Gesamtjahr nicht aus. Ohne die Abschreibungen rechnet das Management mit einem Gewinn.

Der Umsatz wird nach Angaben der Gesellschaft um 35 bis 40 Prozent zulegen. "Wir gehen davon aus, dass der Umsatz in der Bandbreite der Analystenschätzungen liegen wird", sagte der Sprecher. Mit bis zu 44 Millionen Euro rechnen die Analysten. Im dritten Quartal kletterte der Umsatz auf 10,8 (Vorjahr: 8,3) Millionen Euro.

Auf Sicht von neun Monaten kletterte der Konzernumsatz um 31 Prozent auf 30,9 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag in den ersten drei Quartalen bei 3,0 Millionen Euro. Wachstumsmotor waren erneut die digitalen Bezahldienste mit dem Web.de-Club, dessen Mitgliederzahl im Vorjahresvergleich um 187.000 auf 322.000 kletterte.

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