Google Suchmaschine wühlt im Desktop

Mit immer neuen Funktionen legt der börsennotierte Suchmaschinenbetreiber Google nach. Diesmal ist es eine Desktop-Suche. Anwender können damit ihren eigenen Rechner durchsuchen. Auch AOL will nachlegen. Das Nachsehen hat Microsoft.

Mountain View - Die seit langem erwartete Desktop-Suchfunktion von Google  soll nun endlich kommen - als Beta-Version steht sie seit Donnerstag zum Download bereit. Nutzer können damit die Festplatte, E-Mails, Web-History und Chats nach Suchbegriffen durchsuchen.

Datenschützer befürchten bereits, dass persönliche Daten von den Privatrechnern an Google übermittelt werden könnten. Das Unternehmen streitet dies jedoch ab. Als deutschsprachige Version ist die Anwendung bisher nicht zu haben, die Beta-Version liegt nur in englischer Sprache unter "desktop.google.com" vor.

Nur wenige Stunden nachdem Google seine Desktop-Suche zum Testen zur Verfügung stellte, gab auch AOL bekannt, ein entsprechendes Tool zu entwickeln. Es soll als Bestandteil des eigenen Internetbrowser ausgeliefert werden, der womöglich im November bereitsteht.

Ob AOL dabei auf die Technik von Google zurückgreift, ist unklar. Das Unternehmen teilte mit, die Technologie liefere ein Partner. An einer Desktop-Suche arbeitet derzeit aber auch der Softwarekonzern Microsoft . Jedoch soll diese Suchfunktion zusammen mit dem neuen Betriebssystem Longhorn auf den Markt kommen, das im Jahr 2006 erwartet wird.

Branchenexperten werten den frühen Start von Googles Desktop-Suche als Versuch, die User frühzeitig an das Produkt zu gewöhnen, damit diese womöglich Google auch treu bleiben, sollten sie später die neue Windows-Version nutzen.

In amerikanischen Medien wird schon spekuliert, dass das Internetunternehmen ein virtuelles Netzwerk entwickeln wolle. Das lange gepflegte Branchengerücht, Google arbeite an einem eigenen Internetbrowser, dem G-Browser, erhält damit neue Nahrung.

Doch zunächst dreht sich alles um die neue Desktop-Suche. Gegenwärtig sei nach Aussage der Google Director Consumer Web Products, Marissa Mayer, kontext-bezogene Werbung in den Ergebnisleisten der Desktop-Suche auszuschließen. Doch dies könne sich in Zukunft ändern.

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