IT-Branche Das Ende der Schrumpfjahre

In den vergangenen Jahren litt die Systems unter Ausstellerschwund. In diesem Jahr hat sich die IT-Messe wieder stabilisiert und auch der Branche geht es insgesamt besser. Für 2005 rechnet der Verband Bitkom mit einem 3,5-prozentigen Wachstum.

München - Nach langen Flautejahren befindet sich die Computer- und Telekommunikationsbranche wieder im Aufwind. In Deutschland wachse der Markt 2004 voraussichtlich um 2,5 Prozent, sagte der Geschäftsführer des Branchenverbands Bitkom, Bernhard Rohleder, kurz vor dem Start der Fachmesse Systems.

Für 2005 rechnet der Verband mit einem Plus von 3,4 Prozent. Die Branche werde damit wieder zum Wachstumsmotor für die Gesamtwirtschaft, so Rohleder. Dass es mit der IT-Branche wieder bergauf geht, merkt auch die Münchener IT-Messe Systems. In den vergangenen Jahren war die Zahl der Aussteller geschrumpft, damit soll nun Schluss sein.

Nach deutlich zweistelligen Verlusten in den Jahren 2002 und 2001 versammeln sich vom 18. bis 22. Oktober nach Angaben der Messe München erneut rund 1300 Aussteller, ebenso viele wie im vergangenen Jahr. Auf 66.000 Quadratmetern zeigen Unternehmen Anwendungen und Lösungen aus den Bereichen IT-Sicherheit, Dokumentenmanagement, E-Government und Linux.

Infineon und Galileo Industries

Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation in der Messelandschaft im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie sei die Stagnation bei der Ausstellerzahl ein "grandioses Ergebnis", sagte Messe-Geschäftsführer Klaus Dittrich. Während andere Messen verschwänden, habe die Systems sich gefangen.

Besonders erfreulich seien die Messeauftritte von Infineon , Galileo Industries und SGI Silicon Graphics, die neben anderen Unternehmen zum ersten Mal auf dem Münchener Branchentreff vertreten seien. Microsoft  hatte dagegen seinen Messestand erheblich verkleinert.

Rohleder sagte, das Wachstum der Informations- und Telekommunikationsbranche verlaufe in ganz Westeuropa stabil. Das Marktvolumen werde von 2004 auf 2005 voraussichtlich von 611 auf 636 Milliarden Euro ansteigen; das entspricht einem Plus von 4 Prozent. Für die stark wachsenden Märkte in Osteuropa rechnete Rohleder mit einem Plus zwischen 7 und 8 Prozent.

Zahl der Arbeitsplätze nimmt zu

Weltweit sei im laufenden Jahr ein Wachstumsplus von 4,6 Prozent zu erwarten, für 2005 von 5,9 Prozent. Derzeit betrage das weltweite Marktvolumen 2,17 Billionen Euro. Rund ein Drittel davon entfalle auf die USA, auf Deutschland 6 Prozent.

Der Bitkom-Geschäftsführer sagte weiter, nach zwei Jahren des Jobabbaus stabilisiere sich 2004 in Deutschland auch die Zahl der Mitarbeiter bei rund 41.000. Für das kommende Jahr geht Rohleder davon aus, dass die Stellenzahl um rund 10.000 wachsen wird. Das Marktvolumen werde von 132 auf 136 Milliarden Euro im Jahr 2005 zulegen, sagte Rohleder weiter.

"Das Wachstum kommt in Deutschland im Wesentlichen aus der Mobilkommunikation, aus Internet- und Onlineservices." Die Wertschöpfung verlagere sich immer weiter von der Hardware in die Software. Beschäftigungswachstum sei vor allem bei Dienstleistungen zu verzeichnen.

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