Kabel-TV Kleine Betreiber prüfen Fusion

Nach dem Scheitern der Fusion drei regionaler Kabelnetzbetreiber mit dem größten Anbieter KDG, kommt wieder Bewegung in den Markt. Zusammen könnten die Regionalanbieter ein Gegengewicht zum Marktführer bilden.

Heidelberg - "Es muss ein Gegengewicht zu dem großen Spieler KDG geben", sagte Georg Hofer, Chef der Kabel Baden-Württemberg, dem "Handelsblatt". Daher wolle sich der Anbieter mit Ish in Nordrhein-Westfalen und Iesy in Hessen zusammenschließen. In Branchenkreisen werde jedoch eine Zustimmung zu einem solchen Zusammenschluss durch das Kartellamt bezweifelt, hieß es in dem Blatt weiter. "Wir prüfen, ob dieses Vorhaben Chancen hat, die Zustimmung des Kartellamtes zu bekommen", sagte Hofer.

Falls das Kartellamt nicht zustimmt, hat Ish schon einen Plan B: Leichter zu realisieren wäre eine Fusion der Ish mit dem NRW-Kabelbetreiber Telecolumbus. Dadurch hätte Ish Zugang zu dem so genannten letzten Meter zwischen Grundstücksgrenze und Wohnzimmer des Endkunden in Nordrhein-Westfalen. Iesy und Kabel BW haben in ihren Bundesländern das gleiche Problem. Auch sie verfügen derzeit nicht über die "letzten Meter".

Darüberhinaus sei dem Blatt zufolge eine lockere Kooperation zwischen den drei regionalen Kabelnetzbetreibern angedacht. "Wir können uns beispielsweise den Wiederverkauf digitaler Fernsehpakete anderer Anbieter vorstellen", sagt Hofer.

Sein Unternehmen fokussiert stärker als die KDG auf kombinierte Produkte. Neben dem Hauptgeschäft mit den Gebühren für das Kabelfernsehen nimmt das baden-württembergische Unternehmen bereits 20 Prozent mit schnellem Internetzugang über Kabel und Telefonie ein. "Unser Ziel ist es, 2010 jeweils ein Drittel unseres Umsatzes mit Fernsehen, Internet und Telefonie zu erzielen", sagt Hofer.

Marktführer KDG ist mit zehn Millionen Kundenhaushalten und einem Umsatz von einer Milliarde Euro (2003) der größte Kabelnetzbetreiber in Deutschland. Zweitgrößtes Unternehmen ist Ish mit vier Millionen Kunden und einem Umsatz von 400 Millionen Euro. Kabel BW hat 2,3 Millionen Kunden und setzte 2003 mehr als 240 Millionen Euro um. Iesy ist mit 1,2 Millionen Haushalten der kleinste Anbieter. Das Unternehmen erwirtschaftete im vergangenen Jahr 120 Millionen Euro.