T-Mobile Handys werden teurer

Um die Vorgaben des Mutterkonzerns Telekom zu erfüllen, muss die Mobilfunktochter T-Mobile sparen. Geplant sind weitere Senkungen der Handy-Subventionen. Die Geräte werden für den Kunden wieder teurer.

Bonn - Mit einem Mix aus neuen Tarifen, zusätzlichen Diensten und geringerer Handy-Subvention will T-Mobile die Vorgabe des Mutterkonzerns Telekom erreichen. Diese liegt für den operativen Gewinn bei einer Marge von 40 Prozent. Im ersten Halbjahr lag die Kennzahl bei 37,5 Prozent. "Natürlich kann es sein, dass wir Marktanteile bei den Kundenzahlen abgeben", sagte Deutschlandchef von T-Mobile, Timotheus Höttges dem "Handelsblatt".

Kunden könnten durch die höheren Handykosten abgeschreckt werden, solange die anderen Anbieter nicht mitziehen. Der Sparkurs wird vor allem durch die steigenden Gerätepreise aufgrund der geringeren Subvention für die Kunden sichtbar. Aber das Unternehmen sei von dem Ziel, möglichst viele Kunden zu akquirieren abgekommen. "Wir wollen Umsatzmarktführer bleiben", betonte Höttges gegenüber dem Blatt.

Auch E-Plus und O2 haben bereits die Subventionen der Geräte in der Vergangenheit kontinuierlich gesenkt. "Der Trend dazu besteht schon seit Jahren", sagte Roland Kuntze, Unternehmenssprecher von O2, gegenüber manager-magazin.de. Sein Unternehmen wolle sich nun erst einmal ansehen, wie Handy-Nutzer auf die geringere Subventionierung von Geräten bei T-Mobile reagieren, um dann zu entscheiden, ob auch O2 nachziehe.

Von einer neuen Tarif- und Subventionsstrategie erhofft sich T-Mobile umsatzstärkere Kunden anzulocken. Seit Februar bietet das Mobilfunkunternehmen den neuen Pakettarif Relax an, bei dem nicht wie bisher Grundgebühr plus Kosten für Verbindungsminuten fällig werden. Der Kunde zahlt einen Pauschalbetrag für beides.

Das führt laut "Handelsblatt" dazu, dass die Nutzer häufiger zum Handy greifen und dem Unternehmen etwa vier bis fünf Euro mehr Umsatz im Monat bescheren als Kunden mit herkömmlichen Tarifen. Umsatzträchtigere Kunden sollen in Zukunft auch verhältnismäßig weniger für ihr Handy bezahlen. Gespart wurde aber auch bei Ausgaben für Informationstechnik und Werbung.

Mehr Umsatz mit einer geringer steigenden Kundenzahl will das Unternehmen auch mit zusätzlichen Diensten machen. Zum Beispiel mit der neuen Walkie-Talkie-Funktion Push-To-Talk, mit der die amerikanische Firma Nextel schon ihr Ergebnis verbessern konnte. "Wir starten den neuen Dienst in diesem Jahr in Deutschland, im nächsten Jahr werden andere größere europäische Länder wie Großbritannien folgen", sagte Höttges.

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