Software Ein Thermometer für die Festplatte

Der Computer läuft und die Temperatur steigt. Wie lange hält die Festplatte das aus? Ein Berliner Softwareunternehmen hat nun einen Temperaturmesser entwickelt, der die Nutzer vor einem bevorstehenden Plattencrash warnen soll.

Frankfurt/Main - Draußen ist es kühl und regnerisch - drinnen ist es kuschelig warm: Beim PC-Betrieb steigt die Temperatur der Festplatte innerhalb weniger Stunden von 40 auf 46 Grad. Angezeigt wird dies von einem Softwarewerkzeug, das alle messbaren Daten zur Gesundheit der Platte anzeigt.

Das Berliner Unternehmen O&O Software hat das Programm "Drive Led" entwickelt, um professionellen wie privaten Anwendern jederzeit den Status der in ihrer Lebensdauer begrenzten Festplatte anzuzeigen. Wenn sich Probleme abzeichnen, ist es höchste Zeit, die Daten zu retten und das meist schon lange hinausgezögerte Backup zu starten. "Drive Led" nutzt die Smart-Technik - Smart steht für Self Monitoring Analysis and Reporting Technology -, die bei einem technischen Problem Warnungen ausgibt.

Neben der Temperatur gibt die mit dem Programm getestete Hitachi-Festplatte die Betriebszeit in Tagen, die Zahl der bisherigen Startvorgänge (von maximal etwa 10.000) und die Anzahl der Positionierungsfehler beim Lesen oder Schreiben von Daten an. Keine Auskunft gibt die Platte jedoch zu ihrem Herstellungsdatum sowie zur Anzahl der insgesamt gelesenen und geschriebenen Daten in Gigabytes. Welche Daten die eine Festplatte preisgibt, ist von Modell zu Modell unterschiedlich.

Kleines Kontrollzentrum

Smart ermöglicht auch einen Selbsttest, der mit "Drive Led" in Gang gesetzt werden kann. Dabei werden Oberfläche, Mechanik, Schnittstellen und auch der Lesekopf auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft. Wenn etwa der Abstand von Festplattenkopf und Datenträgerscheibe zu gering ist und somit die Gefahr eines Plattencrashs besteht, wird eine Warnung ausgegeben.

Die Software bringt schon in ihrem Namen zum Ausdruck, dass sie die Leuchtdioden-Anzeigen der Festplatte auf den Bildschirm bringt. Im Kontrollzentrum des Programms, gestaltet als kleine, frei verschiebbare Liste, wird für jedes Laufwerk angezeigt, ob dort gerade ein Schreib- oder Lesezugriff stattfindet. Darunter wird auch der Füllstand des Laufwerks grafisch angezeigt. Bei auftretenden Problemen färbt sich die Anzeige zum Gesamtzustand der Festplatte rot.

Die Software benötigt einen Rechner mit Festplatte, die Smart unterstützt, was bei allen neueren Harddisks der Fall sein sollte. Als Betriebssystem wird Windows NT 4, Windows 2000 oder Windows XP vorausgesetzt. Das Programm kostet in der Einzelplatzlizenz 19,90 Euro.

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