Microsoft Preisdruck auf SAP verstärkt

Im Markt für Unternehmenssoftware will Microsoft auf Konfrontationskurs gegen den Marktführer SAP gehen. Mit einer Preissenkung der Software Axapta setzt der Redmonder Softwarekonzern seine kontinuierliche Stärkung der Business-Sparte fort.

München - Jürgen Gallmann, Geschäftsführer von Microsoft Deutschland, sagte, das Unternehmen wolle seine Stellung im Markt für Unternehmenssoftware durch eine Preissenkung stärken: "Weil Wettbewerber wie SAP zum Teil mit extremen Preisnachlässen agieren, werden wir die Preisempfehlung für Microsoft Axapta um zwölf Prozent senken."

Seit Jahren schon verfolgt der Redmonder Softwarekonzern das Ziel, in dem Segment Fuß zu fassen. Im Jahre 2000 hatte Microsoft  den US-Anbieter Great Plains und zwei Jahre später das dänische Softwarhaus Navision übernommen. Beide wurden in der Sparte Microsoft Business Solutions (MBS) zusammengefasst.

Der Versuch des Softwaregiganten SAP  aufzukaufen, war im vergangenen Jahr fehlgeschlagen und werde auch nicht wieder aufgegriffen, wie Microsoft-Chef Steve Ballmer der britischen Zeitung "Financial Times" (Montagausgabe) mitteilte. "Aber man soll niemals nie sagen", fügte er hinzu. Pläne den zweitgrößten Unternehmenssoftwareanbieter Peoplesoft  zu kaufen, existierten Ballmer zufolge ebenfalls nicht.

Für mögliche Akquisitionen habe er sein Augenmerk mehr auf kleine bis mittelgroße Firmen gerichtet. Microsoft werde also nicht als weißer Ritter Peoplesoft vor der 7,7 Milliarden Dollar schweren feindlichen Übernahme durch den Konkurrenten Oracle  retten.

Die Produkte der MBS-Sparte bedienten bisher hauptsächlich die Nachfrage mittelständischer Unternehmen und standen daher im Wettbewerb mit Softwareanbietern wie Sage . Die Software Axapta wurde ursprünglich von Navision entwickelt und stellt eine direkte Konkurrenz zu den Systemen von SAP dar. Für das kommende Finanzjahr rechnet Gallmann mit einem Wachstum der MBS-Sparte von 30 Prozent.