IDS Scheer Schweizer Einkäufe

Der Saarbrücker IT-Dienstleister beteiligt sich munter am Konsolidierungsprozess. Für geschätzte zwölf Millionen Euro übernimmt IDS Scheer den Schweizer Pharma-Spezialisten Balink.

Saarbrücken - Der IT-Dienstleister IDS Scheer  expandiert weiter. Nach Plaut und Expert hat das Unternehmen am Dienstagabend bekannt gegeben, den Schweizer IT-Berater Balink zu übernehmen.

"Wir sind seit über einem Jahr in Kontakt gewesen mit Balink", berichtete Helmut Kruppke, Vorstandssprecher von IDS Scheer, auf einer Pressekonferenz am Mittwoch. Balink soll den Saarbrückern den Einstieg in die Baslerer Chemie- und Pharmabranche eröffnen. Unternehmen wie Mundipharma und Norvatis gehören genauso wie Tetra, Wilkinson Sword, die Baseler Versicherung und die Basler Kantonalbank zum Kundenstamm des Schweizer IT-Experten.

"Balink war aufgrund seines Branchenwissens und der Kenntnisse im Prozessmanagement interessant", sagte Kruppke. Gerade in der Prozessindustrie will IDS Scheer seinen Umsatz bis 2007 verdoppeln. Bisher setzt das Unternehmen in diesem Segment 75 Millionen Euro um, 2007 sollen es 150 Millionen Euro werden. Co-Vorstandssprecher Ferri Abolhassan unterstrich, dass es IDS Scheer vor allem auf die Synergien angekommen sei. Jetzt habe der IT-Dienstleister viel größere Potenziale im Pharmabereich. Auch könne man Großkonzernen das eigene Prozesssteuerungsinstrument Aris besser anbieten.

Balink erwartet für 2004 mit rund 300 Mitarbeitern einen Umsatz von 16 Millionen Euro. Die Ebita-Marge liege bei 20 Prozent, sagte Kruppke. "Das ist kein Ausreißer." Über die genaue Höhe des Kaufpreises ist indes Stillschweigen vereinbart. "Der Preis liegt signifikant unter einem Umsatzmultiple von eins", sagte der Vorstandssprecher. In Branchenkreisen geht man von rund zwölf Millionen Euro aus, die IDS Scheer investiert. Bezahlt wird in bar. Die bisherigen Besitzer von Balink seien im Unternehmen und verblieben auch dort, sagte Abolhassan.

IDS Scheer bekräftigte zugleich auch seine Umsatzprognose. Das Umsatzziel liegt bei rund 290 Millionen Euro für dieses Jahr. Als Ebita-Marge peilt das Unternehmen 12 Prozent an. IDS Scheer wolle sich auch künftig am Konsolidierungsprozess beteiligen, so Abdolhassan. Man sei in Gesprächen. Kleinere wie auch größere Übernahmen seien möglich. Die HypoVereinsbank  teilte am Mittwochvormittag mit, ihr Kursziel für die Aktie von IDS Scheer erhöhen zu wollen. Das Kursziel soll auf 23 bis 23,50 Euro angehoben werden.

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