IT-Dienstleister SBS leidet unter Preisdruck

Der Markt für IT-Dienstleistungen hat sich nicht entspannt. Der hohe Preisdruck veranlasst offenbar Siemens SBS, bei der ehemaligen Deutsche-Bank-Tochter Sinius Kosten zu sparen. T-Systems will sich dagegen im Mittelstandsgeschäft stärken, und der indische Konzern Tata Consultancy Services denkt über Zukäufe in Deutschland nach.

München - Just am Montag hat der Siemens-Dienstleister SBS bekannt gegeben, einen neuen Service-Auftrag der Deutschen Postbank  erhalten zu haben. Der Auftrag: SBS wird das gesamte Servicemanagement für die Kommunikationssyteme und -netze sowie die Server und Software übernehmen. Das Volumen liege im unteren zweistelligen Millionenbereich, heißt es. Die Postbank sei bereits langjähriger Kunde von SBS.

Während sich der IT-Dienstleister auf der einen Seite über den neuen Auftrag freuen mag, macht ihm auf der anderen Seite der hohe Margendruck zu schaffen. Kostenreduzierungen ist angesagt, wie ebenfalls am Montag bekannt wurde. Bei der SBS-Tochter Sinus sollen die Personalkosten reduziert werden.

Sinus ist auf das Outsourcing-Geschäft mit Banken spezialisiert. Das Unternehmen ist eine Ausgründung der Deutschen Bank. 2001 beteiligte sich SBS zunächst mit 30 Prozent an dem Dienstleister, seit Anfang 2003 hält SBS die Mehrheit. Insgesamt beschäftigt Sinius rund 1080 Mitarbeiter in Deutschland.

Die Gewerkschaft Verdi berichtete nun, dass SBS die Jahreszielgehälter um 10 Prozent senken wolle, zusätzlich sollen die Mitarbeiter auf Urlaubstage und Zuschläge verzichten. Insgesamt werde eine Kostenersparnis von 30 Prozent anvisiert. Ein Sprecher von SBS bestätigte gegenüber manager-magazin.de, dass bei Sinius etwas getan werden soll. Noch sei aber keine Entscheidung gefallen, es handele sich nur um Ideenskizzen. Mit dem Betriebsrat habe man schon gesprochen.

T-Systems sucht die Mittelständler

SBS ist jedoch kein Einzelfall. Schon seit Monaten sind Umstrukturierungen bei verscheidenden Dienstleistern zu beobachten, zuletzt wurde bekannt dass EDS rund 20.000 Stellen weltweit streichen wolle. Die Branche leidet an Überkapazitäten, zudem sorgt die Konkurrenz von Offshore-Anbietern für zusätzlichen Preisdruck - insbesondere bei der Entwicklung von Anwendungen.

T-Systems, der IT-Dienstleister der Deutschen Telekom  und größter Anbieter in Deutschland, versucht derweil sein Mittelstandsgeschäft zu stärken. Im Zuge der Umstrukturierungen des Mutterkonzerns erhält das Unternehmen die Geschäftskunden der Festnetzsparte T-Com. Der Marktanteil bei mittleren und kleinern Unternehmen ist laut "Welt" nach der Liberalisierung auf 27 Prozent geschrumpft. Das soll sich nun ändern.

Zwar machen der Telekom weiter von Colt Telecom , British Telecom , MCI und QSC  Konkurrenz. Doch Konrad Reiss, Telekom-Vorstand und Chef von T-Systems verkündet bereits den Neuanfang bei Telekom-Geschäftskunden. Das Vorhaben muss nun noch mit Leben gefüllt werden, denn auch die Wettbewerber schlafen nicht.

Den deutschen Markt entdeckt hat zum Beispiel auch das indische IT-Dienstleistungsunternehmen Tata Consultancy Services (TCS). Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtet, will der TCS-Chef Subramaniam Ramadorai das Wachstum in Deutschland vorantreiben. "Erstens organisches Wachstum, zweitens Zukäufe anderer Unternehmen, drittens Partnerschaften mit großen Softwareanbietern wie SAP  und Gemeinschaftsunternehmen mit unserer Kunden", zitiert die "FAZ" den Manager.

Bisher wird der Marktanteil von TCS in Deutschland auf 3 Prozent geschätzt, rund 150 Mitarbeiter hat das Unternehmen hier zu Lande. Weltweit setzt TCS 1,3 Milliarden Dollar um und gehört damit zu den 20 größten IT-Dienstleistern in der Welt.

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