Handy-Absatz Siemens verliert Marktanteile

Der weltweite Handy-Absatz ist im zweiten Quartal einer Branchenstudie zufolge auf ein Rekordniveau gestiegen. Unter den großen Handy-Herstellern büßte einzig Siemens leicht Marktanteile ein. Nokia konnte hingegen den Abwärtstrend stoppen.

Amsterdam - Die Zahl der Auslieferungen stieg zum Vorjahr um 35 Prozent auf 156,4 Millionen Stück und nach 153 Millionen im ersten Quartal, wie das Marktforschungsinstitut Gartner am Donnerstag mitteilte. Für 2004 prognostizierte das Institut einen weltweiten Handy-Absatz von 650 Millionen Stück.

Außer dem viertgrößten Hersteller, Siemens , konnten im Quartal alle großen Hersteller ihre Marktanteile zu Lasten kleinerer Anbieter steigern.

Im abgelaufenen Vierteljahr trugen der Studie zufolge vor allem rege Verkäufe in Lateinamerika zu dem kräftigen Absatzplus bei, wo viele Verbraucher sich ihr erstes Handy anschafften. In Nordamerika und Europa belebten vorwiegend Kunden die Nachfrage, die ihre alten Handys gegen neuere Modelle mit Farbbildschirmen und eingebauten Digitalkameras austauschten.

Siemens, das in der vergangenen Woche eine Software-Panne bei seiner Handy-Baureihe 65 einräumen musste, kam der Studie zufolge nur noch auf einen Marktanteil von 6,9 Prozent nach 7 Prozent im Vorjahr. Marktführer Nokia , der noch vor einem Jahr einen Marktanteil von 40 Prozent angepeilt hatte, konnte diesen nun bei 29,7 Prozent stabilisieren nach 28,9 Prozent im ersten Quartal. Im Vorjahr hatte der Anteil noch bei 35,6 Prozent gelegen.

Konkurrenz profitiert von Nokias Schwäche

Geholfen haben Nokia nach Angaben von Analysten aggressive Preissenkungen. Dadurch stieg der Absatz um schätzungsweise bis zu ein Fünftel. Analysten kritisieren allerdings, dass Nokia nicht ausreichend teure Handys in seiner Produktpalette hat.

Weiter von der Schwäche Nokias profitierte die Nummer zwei der Branche, der US-Konzern Motorola . Er steigerte den Marktanteil im Quartal auf 15,8 Prozent nach 14,5 Prozent im Vorjahr, wie die Studie ergab. Das Unternehmen hat eine Reihe neuer Modelle auf den Markt gebracht, die sich vor allem in Nordamerika großer Beliebtheit erfreuten.

Auch die Strategie des südkoreanischen Unternehmens Samsung Electronics , vergleichsweise teure Handys in extravagantem Design anzubieten, zahlte sich einmal mehr aus. Samsung steigerte seinen Marktanteil Gartner zufolge weiter auf 12,1 Prozent von 10,2 Prozent. Das japanisch-schwedische Gemeinschaftsunternehmen Sony Ericsson konnte auf 6,6 Prozent Marktanteil nach 5,4 Prozent zulegen. LG Electronics aus Südkorea - die Nummer sechs - steigerte seinen Anteil auf 6 Prozent nach 4,2 Prozent.

Gartner legt bei seinen Berechnungen die Zahl der an Endkunden verkauften Handys zu Grunde und nicht - wie andere Forschungsinstitute - die Auslieferungen an den Handel.

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