France Telecom Staat reduziert Anteil

Die französische Regierung reduziert ihren Anteil an der France Telecom. Der Staat will ein Aktienpaket zwischen 9 und 12 Prozent abstoßen. Damit reduziert die Regierung ihren Anteil an dem Telekommunikationsunternehmen auf unter 50 Prozent.

Paris - Die französische Regierung will ihre Beteiligung an dem Telekomkonzern France Telecom  auf unter 50 Prozent senken. Um die Staatsschulden zu senken, sollen 9,6 Prozent an institutionelle Investoren verkauft werden, teilte das Finanzministerium am Mittwoch mit.

Die Aktien werden mit einer Preisspanne von 18,95 bis 19,25 Euro angeboten, womit die zum Verkauf stehende Beteiligung einen Wert zwischen 4,47 Milliarden und 4,54 Milliarden Euro hat. Bis zum Mittag sank der Kurs von France Telecom um 2,06 Prozent auf 19,05 Euro. Bei hoher Nachfrage könnte der Anteil auf bis zu 12,1 Prozent steigen, hieß es. Die Beteiligung des Staates an dem französischen Marktführer sinke dann auf 41 bis 43,5 Prozent.

Vor knapp sieben Jahren hatte die sozialistische Regierung unter Premier Lionel Jospin mit einem Verkauf von 25 Prozent die Privatisierung der France Telecom eingeleitet. Die Regierung bekräftigte, dass sie der größte Einzelaktionär von France Telecom bleiben will. Außerdem will der Konzern eine Wandelanleihe in Höhe von 1 Milliarde bis 1,15 Milliarden Euro begeben.

Kurs wird belastet

Die angekündigte Platzierung der Wandelanleihe dürfte den Gewinn je Aktie verwässern, meinte Per-Ola Hellgren von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). Er senkte daher das Kursziel für France Telecom von 24,50 auf 22,00 Euro. Der angekündigte Anteilsverkauf dürfte den Kurs in den kommenden Tagen belasten.

Ein Analyst von Helabatrust bestätigte hingegen das Anlageurteil nach einem Zwischenbericht zum ersten Halbjahr und angesichts der Kapitalmaßnahmen mit "Neutral". Die insgesamt positive Unternehmensentwicklung werde derzeit von den laufenden Kapitalmaßnahmen überschattet, schrieb Analyst Holger Bosse.

Die französische Regierung sieht die France Telecom gut für die Zukunft gerüstet. Nach der vollständigen Übernahme von Orange (Mobilfunk) und Wanadoo (Internet) sei France Telecom gut für den Wettbewerb auf dem Telekommarkt aufgestellt, hieß es. Das Unternehmen war wegen seiner expansiven Strategie an den Rand der Pleite geraten und konnte erst mit einer Milliarden-Finanzspritze saniert werden.

Die Aktienplatzierung belastet am Mittwoch auch den Kurs der Deutschen Telekom . Die Entscheidung der Franzosen heize erneut Spekulationen um die Anteile der deutschen Regierung an der Telekom an, sagten Händler. Mit 43 Prozent ist der Berliner Regierung der größte Eigner des Bonner Konzerns. Die T-Aktie gab 1,47 Prozent auf 14,12 Euro nach.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.