Microsoft Mehr Sicherheit, weniger Freiheit

Das Service Pack 2 für Windows XP ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, birgt aber neue Probleme - rund 50 Programme laufen nicht fehlerfrei im Zusammenspiel mit dem Update. Microsoft empfiehlt, vor dem Installieren des neuen Sicherheitspakets, alle Daten zu sichern.

Redmond - Für Privatanwender hat Microsoft  sein Service Pack 2 eigentlich noch gar nicht freigegeben. Wer unter Windows XP ein automatisches Software-Update startet, lädt zwar einige Programmaktualisierungen vom Microsoft-Server herunter - das Service Pack 2 lässt jedoch noch auf sich warten. Bislang gibt's das lange angekündigte Sicherheitspaket nur zum Download und Installieren per Hand .

Das Aufspielen des Programms ist keine Sache von ein paar Minuten - der Rechner ist für eine Stunde blockiert. Nach dem obligatorischen Neustart überprüft das System zuerst, ob auch ein Antiviren-Programm aktiv sowie auf dem aktuellen Stand ist und ob die Firewall eingeschaltet ist.

Zu den umfangreichen System-Aktualisierungen zählen unter anderem der "Popup Blocker" des Internet Explorer, der das automatische Laden von Werbefenstern beim Aufrufen einer Internet-Adresse verhindert, eine standardmäßig aktivierte Firewall und automatische Warnungen vor dem Öffnen von Mail-Anhängen in Outlook Express.

Wer versucht, Software aus dem Internet herunterzuladen, zu installieren oder zu starten, wird durch ein sich öffnendes Fenster vor möglichen Risiken gewarnt. Neu hinzugekommen ist ein "Security Center" mit drei Bereichen für den Sicherheitsstatus: Antiviren-Software, Firewall und automatische Updates.

IT-Sicherheitsexperten haben Service Pack 2 als Schritt in die richtige Richtung begrüßt, kritisieren jedoch unter anderem, dass Microsoft den Umgang mit Administrator-Rechten nicht grundlegend neu geregelt hat, um Windows sicherer zu machen.

50 Programme streiken beim Service Pack 2

Service Pack 2 ist mit rund 50 Programmen inkompatibel

Anwender, die das Update bereits installiert haben, klagen über diverse Probleme mit der aufgemöbelten Windows-Version. Beispielsweise behindern sich Sicherheitsfunktionen gegenseitig. Wenn man Norton Antivirus von Symantec  installiert hat, beschwert sich Windows mit Service Pack 2 über einen fehlenden Schutz.

Denn diese Antiviren-Software weigert sich aus Sicherheitsgründen, externen Programmen Auskunft über den eigenen Status zu geben. Symantec hat angekündigt, seine Software so zu ändern, dass sie mit dem Service Pack 2 zusammenarbeitet.

Doch dies ist längst nicht das einzige Problem. Microsoft hat im Web mittlerweile eine Liste von rund 50 Programmen  veröffentlicht, bei denen Schwierigkeiten im Zusammenspiel mit Service Pack 2 dokumentiert sind. Dazu gehören ironischerweise auch Produkte aus dem Hause Microsoft, wie zum Beispiel Visual Studio .NET oder die Server-Software Systems Management 2003.

Auch diverse Spiele kommen mit Service Pack 2 nicht klar, darunter die Blockbuster "Unreal Tournament 2003" und "Need for Speed Hot Pursuit 2". Bei den meisten Programmen dürfte die per Default eingeschaltete Firewall für die Schwierigkeiten verantwortlich sein. Dadurch können die Programme nicht mehr wie vor dem Update über das Internet zu anderen Systemen Kontakt aufnehmen.

Doch auch beim Internet Explorer und programmierten Erweiterungen können Probleme auftreten. Das Auktionshaus Ebay  informierte seine Kunden darüber, dass einige Funktionen des Ebay-Toolbar nicht mehr funktionieren.

Die Meldungen über Inkompatibilitäten dürften viele User abschrecken, Service Pack 2 zu installieren, obwohl es - sicherheitstechnisch gesehen - Windows XP ein ganzes Stück nach vorn bringt. Wer das Update installieren will, sollte am besten zuvor seine Daten sichern und, wenn möglich, ein Image des Systems erstellen. Dies empfiehlt übrigens auch Microsoft selbst.