SAP 1900 neue Mitarbeiter in Indien

Der Softwarekonzern baut aus. Billiglohnländer locken, insbesondere für den Bereich Programmierung. Nun will SAP in Indien 1900 Mitarbeiter neu einstellen. Damit wird der indische Standort der zweitgrößte Standort des Unternehmens – nach Deutschland.

Walldorf - Europas größter Softwarekonzern SAP  will bis Ende 2006 in Indien 1900 Softwareentwickler einstellen. Dafür will der Konzern 20 Millionen Euro investieren.

Indien sei ein wichtiger Standort für die eigene Softwareentwicklung, sagte am Dienstag der Vorstandsvorsitzende Henning Kagermann in Bangalore. SAP beschäftigt in der Stadt in einem Technologiezentrum bereits 1100 Mitarbeiter. Nach den Neueinstellungen werde der Standort nach Deutschland der größte von SAP für die Softwareentwicklung sein. Hierzulande beschäftigt SAP rund 3000 Mitarbeiter.

SAP hatte schon Anfang des Jahres angekündigt, in Indien auszubauen. Damals hieß es, der Standort werde aber niemals größer als Deutschland. Im Februar berichtete SAP, in diesem Jahr rund 1 500 neue Arbeitsplätze schaffen zu wollen. Die meisten neuen Stellen entstünden in den USA, Indien und Asien. Noch im Mai hatte Kagermann erklärt, die Zahl der SAP-Softwareentwickler in Indien werde von 1000 auf 1500 zunehmen.

Während SAP in Indien ausbaut, berichtet die israelische Presse davon, dass SAP an dem israelischen Softwareunternehmen Amdocs interessiert sei. SAP-Vorstandsmitglied Shai Agassi habe bei dem Hersteller von Fakturierungs-Software vorgefühlt, berichtet die israelische Zeitung "Ha'aretz".

Agassi habe dazu jedoch nur gesagt, SAP äußere sich grundsätzlich nicht zu Berichten über mögliche Übernahmen, gleichgültig, ob diese Berichte zuträfen oder nicht, schreibt die Zeitung weiter. Amdocs habe dementiert, dass sie in Kontakt mit SAP stehe. Amdocs ist auf CRM-Programme spezialisiert und liefert beispielsweise die Software für Telefonrechnungen für große europäische Konzerne. Zu den Kunden zählen unter anderem Mobilkom Austria und Vodafone .