Telefonica Lycos geht an Südkoreaner

Der spanische Konzern Telefonica hat sein US-Portal Lycos veräußert. Der Verkaufspreis beträgt jedoch nur noch einen Bruchteil des Kaufpreises, den der Konzern vor rund vier Jahren zahlte. Käufer ist eine südkoreanische Firma.

Madrid - Der Telefonica-Chef Cesar Alierta hat es geschafft. Er zieht unter das US-Internetportal Lycos einen Schlussstrich, das sein Vorgänger, Juan Villalonga, vor vier Jahren per Aktientausch für 12,5 Milliarden Dollar gekauft hatte.

Zum Kerngeschäft gehörte Lycos schon lange nicht mehr, das Platzen der Börsenblase sorgte für die entsprechende Ernüchterung.

Nun verkauft der spanische Telekommunikationskonzern das US-Portal Lycos für 95 Millionen Dollar an das südkoreanische Internetunternehmen Daum Communications. Das teilte Daum am Montag in Seoul mit.

Das Portal, das Telefonica  im Jahr 2000 mit seiner Tochter Terra Networks verschmolzen hatte, sollte für den Einstieg in den US-amerikanischen Markt stehen. Ansprechen wollte der Konzern die mehr als 40 Millionen Lateinamerikaner, die in den USA leben. Die Euphorie war groß, damals beteiligte sich auch Bertelsmann am Europa-Ableger Lycos Europe. Mit Lycos wurde zudem ein umfangreicher Werbevertrag bereinbart. Das US-Portal gehörte zu Boomzeiten zu den Top-Ten der Nasdaq.

Mittlerweile integrierte Telefonica sein Portal Terra Lycos wieder in den Konzern und kaufte dafür die Aktien wieder zurück. Schon vor Wochen kündigte das Unternehmen an, das US-Portal, zu dem auch die Online-Redaktion "Wired-News" gehört, verkaufen zu wollen. Von vier Angeboten war zu lesen. Daum erhielt den Zuschlag.

Das südkoreanische Unternehmen war zuletzt mit einer Klage gegen Microsoft  aufgefallen. Daum Communications betreibt das führende Internetportal in Südkorea. Das Unternehmen wirft dem Softwarekonzern unfaire Marktpraktiken vor. So halte die Integration der Zusatzfunktionen Instant Messaging in das Betriebssystem Windows XP die Verbraucher von der freien Wahl ab. Daum forderte in einer Entschädigungsklage vom Arpil circa 7,2 Millionen Euro Schadenersatz.

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