Apple I-Tunes für Motorola

Der Computerkonzern treibt seine Software I-Tunes immer weiter. Nach HP hat der Konzern einen weiteren Partner gefunden, um sein Musikgeschäft zu forcieren. Motorola will die nächste Generation der Handys mit einer Schnittstelle für Apples I-Tunes ausstatten. Die Handys werden damit zur I-Pod-Alternative.

San Francisco - Bisher laufen die Songs, die man über Apples Musicstore ersteht nur auf dem Computer, auf dem die Software I-Tunes installiert ist, auf CD-Playern und natürlich auf Apples Abspielgerät I-Pod. Der Computerkonzern hat mit seinem Musikshop I-Tunes Musicstore einen Coup gelandet, den nun andere Anbieter wie Sony  oder Microsoft  nachkommen wollen.

Weltweit liegt der Marktanteil von Apple über 75 Prozent, was dokumentiert wie groß die Reichweite von I-Tunes bereits jetzt schon ist. Der I-Pod ist nach wie vor der meistverkaufte mobile digitale Player.

Um noch mehr Kunden zu gewinnen und vor allem den Absatz des Online-Musikstores in die Höhe zu treiben, hat Apple  nun einen weiteren Partner gefunden.

Nach Hewlett-Packard , das sich die Lizenz für den I-Pod sicherte, will nun Motorola  die nächste Generation seiner Handys mit einer Schnittstelle für I-Tunes ausstatten. Motorola böte damit eine I-Pod-Alternative an.

Kein Verkauf übers Mobilfunknetz

"Wir freuen uns, mit Motorola zusammenzuarbeiten, damit Millionen von Musikfans ihre Lieblingssongs aus I-Tunes von ihrem PC oder Mac auf die nächste Generation von Motorolas Mobiltelefonen überspielen können", verlautbarte Apple-Chef Steve Jobs in einer Pressemitteilung. Der Mobilfunkmarkt - mit weltweit 1,5 Milliarden Abonnenten bis Ende 2004 sei eine phänomenale Gelegenheit, um I-Tunes in die Hände von noch mehr Musikfans überall auf der Welt zu legen. "Wir sind überzeugt, dass Motorola der ideale Partner dafür ist."

Nicht gemeint ist damit allerdings, dass I-Tunes das Mobilfunknetz auch als Vertriebsweg nutzen wird. Zumindest die erste Generation der Handy-Schnittstelle sieht nur vor, dass I-Tunes-Kunden ihre Musikdateien auf Motorola-Handys übertragen können. Trotzdem hoffen die Unternehmen, den "Millionen von Mobilfunk-Anwendern eine neue faszinierende musikalische Erlebniswelt" eröffnen zu können, meint dazu Motorola-Chef Ed Zander.

Prinzipiell wäre auch der direkte Vertrieb von I-Tunes zum Handy denkbar, ohne sich dabei von einem Telekommunikationsunternehmen abhängig zu machen. Kaum ein Handy-Hersteller setzt so konsequent auf die Entwicklung hybrider Handys, die neben Mobilfunkprotokollen auch Wifi-Schnittstellen als Zugang zu W-Lan und Internet bieten sollen. Ein erstes entsprechendes Modell hat Motorola zeitgleich zur Apple-Kooperation für den Herbst 2005 angekündigt.

Die ersten mit der I-Tunes-Schnittstelle versehenen Handys sollen bereits im Frühjahr nächsten Jahres auf den Markt kommen. Diese wird die Übertragung von Musikdateien per Bluetooth oder USB-Schnittstelle erlauben: Ganz klassisch vom Rechner zum digitalen Musikplayer, mit dem man dann eben auch noch telefonieren kann.