Automobil-Plattform Covisint lebt weiter

Die Internetplattform Covisint setzt zum Neustart an. Anfang des Jahres hatten die Gesellschafter DaimlerChrysler, General Motors, PSA Peugeot Citroën und Co. die Onlinefirma verkauft, nun will das Softwareunternehmen Compuware Covisint neuen Schwung verleihen.

Frankfurt - Die Einkaufsplattform Covisint lebt und werkelt weiter. Fast unbemerkt hatten die Automobilkonzerne DaimlerChrysler , General Motors , Ford , PSA Peugeot Citroën , Renault  und Nissan  die Internetplattform Anfang Januar veräußert. Käufer war der Softwareanbieter Compuware  (1,3 Milliarden Dollar Jahresumsatz), der Covisint weiter betreibt.

In Europa ist Covisint neu geboren worden", sagt Robert Paul, Präsident und Chief Executive Officer, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Compuware biete mit einer globalen Infrastruktur die Grundlage für die Expansion des neuen Geschäftsmodells.

Geplant ist, Covisint nicht mehr nur auf die Automobilbranche zu beschränken, sondern auch für andere Branchen zu öffnen. Das Internetangebot vermittelt dabei Kontakte und stellt Verbindungen zwischen Unternehmen her, die sich durch Covisint auch über Produktanwendungen informieren können. Unternehmen können dabei zusammenarbeiten, ohne dass Dritte einen Einblick hätten.

Covisint war im Jahr 2000 mit großem PR-Rummel gegründet worden. Ursprünglich sollte die Beschaffungsplattform die Basis legen, dass die Kommunikation von Zulieferern und Herstellern auf eine gemeinsame technische Infrastruktur gelegt wird. Doch das Angebot wurde schnell ausgebaut. So sollten beispielsweise Aufträge per Auktion vergeben werden können. Ziel der Hersteller war es, damit Kosten zu senken. Pro Auto, so die Berechnungen, könnten mehr als 1000 Dollar eingespart werden.

Vertrauen gebrochen

Auch DaimlerChrysler  hatte bei der Gründung noch von einem Einsparungspotenzial in Milliardenhöhe gesprochen. Tatsächlich wurden auch einige große Einkäufe über die Plattform abgewickelt. Doch viele Zulieferer ließen sich von den Vorteilen Covisints nicht überzeugen. Sie fürchteten nicht ganz zu Unrecht, dass Covisint nur dazu dienen sollte, sie bei Preisen und Konditionen noch mehr auszupressen.

Paul sagte der "FAZ" auch, dass eine der Hauptursachen des Scheiterns von Covisint war, dass die Hersteller auf der Beschaffungsseite die Preise der Lieferanten über das Auktionsverfahren drücken wollten. Damit sei die Basis für die Zusammenarbeit mit den großen Zulieferern zerstört worden. Zudem habe sich Covisint mit zwölf verschiedenen Softwareanwendungen verzettelt.

Nun soll die Plattform ihren Schwerpunkt vor allem auf die gemeinsame Technik und Vermittlung von Daten und Kontakten legen. Die Zeit der Auktionen scheint damit endgültig vorbei zu sein. Ende 2006 rechnet Paul nun mit einem Umsatz von 100 Millionen Dollar. Die 25.000 bereits registrierten Kunden aus der Automobilindustrie bildeten dabei die Basis für das Wachstum der Plattform.

In Europa will Paul zunächst auf den Ausbau bestehender Verträge und Kontakte setzen, heißt es. Während Covisint sich in Nordamerika bereits etabliert habe, fange das Unternehmen in Europa ziemlich weit unten an. In einem zweiten Schritt will der CEO dann mit den Partnern weitere Produkte entwickeln.

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