Amazon Problemzone Frankreich

Der weltgrößte Online-Händler strukturiert sein Geschäft in Frankreich um. Zum einen will Amazon Stellen abbauen und zum anderen bestimmte Bereiche in die USA und nach Großbritannien verlagern.

Seattle - Der Online-Händler Amazon.com  strukturiert sein Frankreich-Geschäft um. Wie das Unternehmen mitteilte, sollen Stellen gestrichen und bestimmte Bereiche in die USA und nach Großbritannien verlagert werden.

Eine Amazon-Sprecherin erklärte, dass es sich um Finanzfunktionen und die Website-Entwicklung handele. "Wie alle Unternehmen schauen wir auf die Effizienz", sagte Sprecherin Patty Smith.

Französische Medien berichten indes, dass Amazon den Standort Guyancourt komplett schließen wolle, an dem 70 Mitarbeiter tätig seien. Die Büros sollten in die Nähe von Paris verlegt werden. Die Logistikabteilung in Boigny-on-Bionne (Loiret) sei von der Maßnahme jedoch nicht betroffen Derzeit verhandele das Unternehmen mit den Arbeitnehmervertretungen über die Bedingungen des Stellenabbaus und der Stellenverlagerung, bestätigte die US-Sprecherin.

"Amazon.de und Amazon.fr bewegen sich in sehr verschiedenen Geschäfts- und Wettbewerbssituationen", sagte Christine Höger, Sprecherin von Amazon Deutschland, gegenüber manager-magazin.de. In Frankreich stellten die Fixkosten für die Präsenz aller Bereiche, Systeme und Prozesse im Land ein Problem für die Wettbewerbsfähigkeit dar. Einer der größten Konkurrenten ist das französische Medienkaufhaus Fnac.

Auf die Frage, ob auch noch in Deutschland mit Verlagerungen zu rechnen sei, antwortete die Deutschland-Sprecherin, Veränderungen und Zentralisierungen seien in allen unseren Niederlassungen bereits im vergangenen Jahr beziehungsweise in den vergangenen Monaten vorgenommen worden. Amazon arbeite daran, das französische Angebot langfristig als wettbewerbsfähiges Business zu etablieren, hieß es weiter.

Der Online-Händler hatte für das erste Quartal 2004 gemeldet, dass die Umsätze im Ausland deutlich gestiegen seien. Die Erlöse des internationalen Geschäfts, zu dem Großbritannien, Deutschland, Japan und Frankreich zählen, steigen währungsbereinigt um 58 Prozent. Der Gesamtumsatz lag bei 1,29 Milliarden Euro. Bei Amazon arbeiten insgesamt 8100 Personen.

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