DSF Schrittweise in die schwarzen Zahlen

Das Deutsche Sportfernsehen mausert sich. Nach Jahren der Verluste erreicht der Sender im ersten Halbjahr 2004 die Gewinnzone. Auch das Gesamtjahr will das Unternehmen von KarstadtQuelle und EM.TV positiv abschließen.

München - Das jahrelang verlustreiche Deutsche Sportfernsehen (DSF) will in diesem Jahr erstmals in seiner Geschichte einen Gewinn erzielen und auch künftig profitabel sein. "Dieses Spiel ist unverlierbar", sagte DSF-Chef Rainer Hüther am Mittwoch. Für 2004 erwarte der Sender einen Nettogewinn im unteren einstelligen Millionenbereich bei einem Umsatzplus um 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf rund 100 Millionen Euro.

"Wir sind uns nicht nur sicher, wir werden das auch schaffen." Bereits im ersten Halbjahr habe das DSF die Gewinnschwelle überschritten und die Erlöse um 48 Prozent gesteigert. Im Mai vergangenen Jahres hatte ein Konsortium aus KarstadtQuelle , EM.TV  und dem Schweizer Hans-Dieter Cleven das Unternehmen gekauft.

Mit interaktiven Werbeformen wie telefonischen Gewinnspielen seien neue Einkommensquellen erschlossen worden, sagte Marketingchef Thomas Deissenberger. Das DSF habe sich klar als Sportsender positioniert und wolle beispielsweise mit Fußballübertragungen auch im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2006 vor allem männliche Zuschauer stärker ansprechen.

Digitales Programm im Testlauf

Derzeit verhandle das DSF mit dem Kabelbetreiber Kabel Deutschland über die Einspeisung eines digitalen Sportkanals, der bereits im Testbetrieb läuft. Auf diesem Kanal sollen über das DSF-Angebot hinaus Sportereignisse wie 24-Stunden-Rennen übertragen werden.

Der Sportkanal hat seit dem Sendestart 1993 Verluste geschrieben. Branchenkreisen zufolge wurden bisher rund 400 bis 500 Millionen Euro Verluste angehäuft. Diese belasten nach der Kirch-Pleite den nach eigenen Angaben schuldenfreien Sender nicht mehr. Mit einem Marktanteil von rund 1,2 Prozent führt der Sender ein Nischendasein. Derzeit hat der Sender 211 Beschäftigte.

Erst am Dienstag hatte EM.TV-Chef Werner Klatten in einem Interview mit der "Financial Times Deutschland" verkündet, vor allem im Sportgeschäft wachsen zu wollen. Den diesjährigen Umsatz werde EM.TV in erster Linie mit dem Sportgeschäft erwirtschaftet, hieß es. In diesem Bereich wolle das Unternehmen weiter wachsen.

"Wir machen damit heute 70 Prozent unseres Umsatzes, und der Anteil wird tendenziell noch weiter steigen", sagte Klatten. "Wir wollen uns der Frage widmen, wie Sender Zusatzerlöse jenseits der klassischen Werbung generieren können und entsprechende Dienstleistungen anbieten."