PC-Ware Microsoft belastet

Die Softwarefirma leidet unter der gesamtwirtschaftlichen Siituation, gibt sich aber hoffnungsvoll. Nach einem schlechten Jahr sei das Geschäft nun dabei, sich wieder zu beleben.

Leipzig - Nach einem Geschäftsjahr mit weniger Gewinn sieht sich der börsennotierte Leipziger Softwaredienstleister PC-Ware  (wieder im Aufwind. Die zum Ende des Geschäftsjahres 2003/2004 einsetzende Belebung setze sich im ersten Quartal des neuen Jahres fort, teilte die PC-Ware Information Technologies AG am Mittwoch mit. Nach dem erfolgreichen Geschäftsjahr 2002/2003 ist der Gewinn nach Steuern von 4,1 Millionen auf 1,68 Millionen Euro zurückgegangen.

Der Umsatz des Unternehmens schrumpfte von 464,4 Millionen auf 404,5 Millionen Euro. Grund sei die gesamtwirtschaftliche Situation, hieß es. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) sank von 11,1 Millionen Euro auf sechs Millionen Euro. Als Ursache dafür nannte PC-Ware neben der allgemeinen Marktlage insbesondere eine umsatzmindernde Änderung im Abrechnungssystem des Hauptlieferanten Microsoft .

Trotz der schwierigen Situation habe PC-Ware seine Vertriebs- und Servicekapazitäten ausgebaut, sagte der Vorstandsvorsitzende Knut Löschke bei der Bilanz-Pressekonferenz. Die Zahl der Mitarbeiter sei von 610 auf 634 gestiegen, darunter 27 Auszubildende. "Viele Unternehmen haben Stellen gestrichen. Wir haben das Gegenteil getan und in die Zukunft investiert", sagte Löschke. Das Unternehmen wolle noch besser auf die Bedürfnisse der mehr als 75.000 Kunden eingehen können.

Abschläge an der Börse

Wie bereits im Vorjahr werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 30 Cent pro Aktie vorschlagen. Der Markt reagierte mit Abschlägen, an der Börse sank der Kurs der Aktie Bis zum Nachmittag um knapp sechs Prozent.

Im laufenden Geschäftsjahr setze PC-Ware auf weiteres Wachstum im In- und Ausland. Dazu gehöre die Übernahme des Prager Software-Unternehmens Digi-Trade im Mai, mit der die Präsenz im osteuropäischen Markt ausgebaut werden soll. Anfang Juni hatte der IT-Dienstleister zudem wesentliche Anteile an der Systemhausgruppe Senas AG übernommen. Mit der Beteiligung sollen Hardwarehandel und Infrastrukturservices auf den gesamten deutschsprachigen Raum ausgedehnt werden.

Das in acht europäischen Ländern tätige Unternehmen versteht sich als Komplettanbieter für Software-Management und IT-Systeme. Der Handel mit Software-Lizenzen blieb das Kerngeschäft. Bei Systemhausleistungen konnte nach Angaben des Konzerns eine Steigerung von 23 Prozent erzielt werden. Dies sei auf die Entwicklung der Schweizer Tochter Bison Systems AG (Sursee) zurückzuführen. Der Anteil der ausländischen Niederlassungen am Konzernumsatz sei mit rund einem Drittel stabil geblieben.