Telefonieren Telekom darf Billigtarif anbieten

Start frei für einen neuen Tarif für Dauertelefonierer: Die Regulierungsbehörde hat dem geplanten Zwölf-Cent-Tarif der Deutsche Telekom grünes Licht gegeben. Doch Matthias Kurth, Chef der Behörde, warnt die Vieltelefonierer vor einem übereilten Vertragsabschluss.

Bonn - Gute Nachrichten für Dauertelefonierer: Die Deutsche Telekom  bietet ab kommenden Monat einen Billigtarif, bei dem eine Stunde Telefonieren im gesamten deutschen Festnetz - egal ob Orts- oder Ferngespräch - nur noch zwölf Cent kostet. Allerdings muss der Telekom-Kunde auch eine zusätzliche monatliche Grundgebühr von 4,68 Euro zahlen, wie die Telekom am Montag mitteilte.

Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation hatte am Wochenende grünes Licht für den "Enjoy Tarif" gegeben. "Der jetzige Tarifantrag war genehmigungsfähig, weil er für Wettbewerber nachbildbar ist", betonte der Präsident der Regulierungsbehörde, Matthias Kurth, am Montag in Bonn.

Einen ersten Versuch der Telekom, einen Billigtarif für Vieltelefonierer für zehn Cent zu Stunde zu offerieren, hatten die Wettbewerbshüter untersagt, da die Telekom-Konkurrenten bei dem Billigangebot nicht mithalten könnten und dadurch der Wettbewerb gefährdet werde.

Der Chef der Regulierungsbehörde mahnte allerdings die Telefonnutzer zur Vorsicht beim Abschluss eines entsprechenden Vertrages. "Derartige Tarife rechnen sich nicht für Viel-, sondern vor allem für Langtelefonierer. Man sollte sein Telefonverhalten auf Grund der zurückliegenden Rechnungen ausführlich analysieren und bewerten", betonte Kurth.

Die erhöhten Grundgebühren würden schließlich auch dann fällig, wenn man im Urlaub oder auf Reisen sei. Vermeintliche Vorteile könnten sich dadurch ins Gegenteil verkehren. "Die Regulierungsbehörde setzt allerdings auf den mündigen und aufgeklärten Verbraucher und dessen letzte Entscheidung", sagte Kurth abschließend.

Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) stieß die Erlaubnis des neuen Telekom-Tarifs auf herbe Kritik: "Es ist völlig unverständlich, warum der Regulierer nun plötzlich eine Nachbildbarkeit annimmt", sagte Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Verbands VATM.

Es drohe nach wie vor eine erhebliche Wettbewerbsverzerrungen auch bei Komplettangeboten der City- und Regio-Carrier im Ortsnetz, so Grützner. Der Regulierer sei in letzter Sekunde eingeknickt und habe es nicht geschafft, ein deutliches Signal gegen ein weiteres Ausufern von Bündeltarifen der Deutschen Telekom zu setzen.