HP/Triaton Outsourcing trifft noch eine Million Arbeitsplätze

Der Trend zum Auslagern hält weiter an. Deutschland liegt dabei noch weit hinter anderen Ländern zurück wie beispielsweise den USA und Großbritannien. Triaton-Chef Peter Chylla meint, dass noch eine Million Arbeitsplätze vom Outsourcing betroffen sein könnten.

Böblingen/Essen - Der Computerhersteller und IT-Dienstleister Hewlett-Packard  will sich im Outsourcing-Geschäft weiter profilieren. Das Geschäft mit Auslagerungen ist der Bereich in der IT-Wirtschaft, der derzeit am stärksten wächst.

Deutschland habe noch einiges aufzuholen, heißt es. In den USA und Großbritannien ist das Auslagern von Geschäftsbereichen schon lange ein Thema. Die Briten seien Deutschland um zehn Jahre voraus, sagte Triaton-Chef Peter Chylla der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Den Marktforschern von Gartner zufolge legte der weltweite Markt für IT-Dienstleistungen im abgelaufenen Jahr um 6,2 Prozent auf 569 Milliarden Dollar zu. Vor allem das vermehrte Auslagern von Arbeitsplätzen ins Ausland sei einer der Gründe für den Anstieg. Weltweiter Marktführer ist IBM , gefolgt von Electronic Data Systems (EDS)  und Fujitsu .

In Deutschland führt Platzhirsch T-Systems den Markt der IT-Dienstleister an. Laut dem Marktforschungsunternehmen Lünendonk betrug das Volumen der Telekom-Tochter im vergangenen Jahr dabei 10,614 Milliarden Euro, gefolgt von IBM Deutschland mit 6,4 Milliarden Euro und Hewlett-Packard mit 5,3 Milliarden Euro.

Outsourcing im Trend

"Wachsen können die IT-Berater vor allem mit Outsourcing-Aufträgen für IT-Infrastrukturen und Geschäftsprozesse (BPO)", sagte Paul Stodden vor kurzem gegenüber manager-magazin.de. Stodden war bislang Chef von Siemens Business Services (SBS), wird aber demnächst zu Debitel wechseln.

Auch die Vorstandssprecher von IDS Scheer  oder Computer Sciences Corporation (CSC)  sehen im Outsourcing großes Potenzial. Ein Ende dieses Trends in Deutschland ist noch nicht Sicht.

Chylla sagte der "FAZ", dass noch rund eine Million Arbeitsplätze in Deutschland von Auslagerungen betroffen sein könnten. Der HP-Manager ist Vorsitzender der Geschäftsführung von Triaton, einem IT-Service-Unternehmen, das seit Februar zu Hewlett-Packard gehört. Der US-Konzern hatte 340 Millionen Euro für die ehemalige IT-Tochter von ThyssenKrupp  gezahlt.

Arbeit in "Prozessfabriken"

Triaton operiert unter anderem im Bereich "Business Process Outsourcing" (BPO) - speziell für Personalabteilungen. Die Angebote hingen immer auch mit den Entwicklungen des Softwarekonzerns SAP zusammen, sagt Chylla. Neben Diensten für die Personalabteilung könnten in einem nächsten Schritt Plattformen für Einkauf und Materialwirtschaft entwickelt werden.

Die "Prozessfabriken", die die Auslagerungsaufträge der Kunden bearbeiteten, müssten aber nur zu Anfang ausschließlich in Deutschland aufgebaut werden, um die entsprechenden Abläufe "einmal selbst gemacht zu haben", zitiert die "FAZ" den HP-Manager Wolfram Fischer. Triaton betreibe selbst in Frankfurt und Bielfeld derartige "Fabriken". Später könne über einen Aufbau solcher Zentren auch im Ausland nachgedacht werden. Laut Fischer könnten die Plattformen, die für den deutschen Markt entwickelt wurden, auch ins Ausland exportiert werden.

HP Deutschland hatte bei der Übernahme von Triaton gesagt, dass der Konzern den Umsatz des IT-Service-Bereichs mit 1,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr verdoppeln wolle. Nach früheren Angaben setzte Triaton 2003 rund 370 Millionen Euro um. Bis 2006 soll die ehemalige ThyssenKrupp-Tochter von Platz drei auf Platz zwei der IT-Service-Unternehmen in Europa aufsteigen, hieß es im Februar. Langfristig sei jedoch eine Integration in HP Services (circa 3800 Mitarbeiter) geplant.

Triaton beschäftigt noch rund 2200 Mitarbeiter. Im Rahmen von Umstrukturierungen ist mit einem Arbeitsplatzabbau zu rechnen. Die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" spekulierte bereits über 336 wegfallende Stellen. HP teilte unterdessen mit, dass einzelne Bereiche von Triaton weiter verkauft werden sollen.

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